Tagungshaus
Jeder Mensch trägt nach Franz Jalics (https://www.haus-gries.de/franz-jalics/) einen unvergänglichen heiligen Kern in sich, der ihn mit dem Göttlichen, einer universellen unversiegbaren Quelle verbindet. Meister Eckhart sprach vom ‚Göttlichen Funken‘, den wir Menschen in uns beherbergen. In diesem inneren Raum sei Gottesbegegnung möglich. Auch die Bibel beschreibt unseren Leib als eine Art menschlichen Tabernakel: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“, 1. Korinther 3, 16.
Richten wir unsere Aufmerksamkeit von der äußeren Zerstreuung auf die innere Sammlung, d.h. fokussiert auf diesen heiligen inneren Kern, verbindet uns das mit dem Besten in uns. Allerdings ist der verletzliche Kern von Schutzschichten, einer harten Schale, umgeben. Sie schützt den Kern vor einer Welt, die ihn oft nicht erkennt oder verletzt. Es gilt diese Schale durch achtsame Wahrnehmung durchlässig zu machen. Wir kämpfen nicht gegen die Schale. Wir nehmen aufkommende Gedanken und ggf. auch Schmerzen (die Schale) einfach nur wahr, ohne sie zu bewerten. Durch das bloße Verweilen in der Gegenwart verliert die Schale ihre verkrustete Struktur. Der Übende sinkt gleichsam durch die Schichten hindurch, bis er den göttlichen Kern berührt (Durchschmelzen der Schale). Diesen Weg der liebevollen Kontemplation durch Wahrnehmung des Körpers und Atems, der Gedanken und Gefühle kann man als ‚Karriere nach innen‘ beschreiben.
Missbrauch beschreibt als ‚Übergriff von außen‘ das Gegenteil und hat viele Facetten. Er bezieht sich nicht allein auf unseren Körper, sondern vor allem – oft vorgelagert – auch auf unseren Geist als Lebenskern. Angegriffen wird perfide unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Opfer von Missbrauch und Traumata sind sich ihrer Situation in den seltensten Fällen bewusst. Gleichzeitig ist die Vergewaltigung des Geistes alles andere als die gegenüber der körperlichen ‚weicheren‘ Form. Gerade erstere geschieht auf kollektiver Ebene, massenhaft. Es lohnt ein tieferer Blick auf Propaganda.
Den Begriff des Mentizids (mens, Geist – caedere, töten) münzte der niederländische Militär-Psychiater Joost A. M. Meerloo im Jahr 1956 in ‚The rape of the mind. The psychology of thought control and menticide.‘ Er betonte: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!“ (Matthäus 10, 28)
Krieg ist Hölle. Das bedarf der Vorbereitung. Denn seelisch-geistig gesunde und innerlich befriedete Menschen meiden Destruktivität, haben Mitgefühl mit sich und anderen. Um Krieg zu ermöglichen, wird ANGST über sämtliche verfügbaren Medien engstmaschig und breitflächig mit vielfältigen Behauptungen in Endlosschleife ins (Unter)Bewusstsein induziert. Monatelang. Jahrelang. Menschen werden regelrecht programmiert. Mit überflutenden größtenteils nutzlosen falschen Informationen und permanenter Überforderung auf möglichst vielen Ebenen gestresst. Bis es soweit ist. Die Gesellschaft verroht auf immer höherem Niveau, wird zunehmend aggressiver und schließlich mental kriegsreif. Verheddert sich hoffnungslos in Egostrukturen und Projektionen; versucht innere verkrustete Strukturen (‚Schalen‘) im außen zu bekämpfen. Und scheitert in einer Art Wiederholungszwang grandios.
Als Vicco von Bülow alias ‚Loriot‘ gefragt wurde, was auf seinem Grabstein stehen solle, dachte er nur kurz nach. Er soll geantwortet haben: „Der Name wäre ja recht praktisch.“ Der Autor Paulo Coelho soll auf dieselbe Frage geantwortet haben: „Als er starb, lebte er noch.“ Darin ist der Wunsch erkennbar, die eigene schleichende Zombifizierung durch geistiges Verfaulen von innen heraus (Mentizid) zu verhindern. Auch unser Bewusstsein entscheidet am Ende des Tages.
Missbrauch verletzt nicht nur den Körper, sondern auch den inneren Lebenskern des Menschen. Thomas Stein beleuchtet in seinem Standpunkt die fatalen Folgen von "Mentizid", gerade mit Blick auf Krieg.
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