Tagungshaus
Alle Menschen sind gleich. Dieser Satz formuliert den menschenrechtlichen Anspruch, Menschen in ihrer Würde und ihren Rechten als Gleiche anzuerkennen (vgl. AEMR Art. 1). Die Frage, inwiefern sich aus diesem formalen auch substantielle Gleichheitsansprüche ergeben, ist umstritten und herausfordernd. Denn verschiedene gesellschaftswissenschaftliche Befunde zu sozialen Ungleichheiten legen nahe, dass Gleichheitsanspruch und Wirklichkeit häufig auseinanderklaffen – mit beträchtlichen Folgen: Soziale Ungleichheiten bedingen unterschiedliche Lebens-, Teilhabe- und Verwirklichungschancen. Sind wir in der Praxis also doch nicht so gleich? Und ist das nicht ein Gerechtigkeitsproblem?
Auf dem Forum Sozialethik 2026 nehmen wir Ungleichheiten in unterschiedlichen Formen (z. B. Einkommens- und Vermögensungleichheit sowie nichtmaterielle Ungleichheiten), zwischen verschiedenen Gruppen (z. B. nach race, class, gender) und Kontexten (z. B. Gesundheitswesen, Arbeit, Kirche) in den Blick. Wir wollen dabei Parallelen und Besonderheiten in Erscheinungsformen, Reproduktionsmechanismen und Folgen sozialer Ungleichheiten analysieren und ihre politische Bearbeitung diskutieren. Die Auseinandersetzung mit empirischen Ungleichheitsbefunden soll sich dabei mit der theoretischen Reflexion des normativen Gleichheitsideals wechselseitig befruchten.
Gerade angesichts des Erstarkens der politischen Rechten erscheint es angezeigt, um die Realisierung von Gleichheitsansprüchen zu ringen und Strukturen der Ungleichheit zu kritisieren.
Wir freuen uns auf eine Tagung mit vielfältigen Perspektiven!
Das Seminar richtet sich an Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen der Christlichen Sozialethik und benachbarter Disziplinen.
14.09.2026 09:00 Uhr –
16.09.2026 12:30 Uhr
frei
Ort:
11 Kardinal-Jaeger-Haus, Kath. Akademie Schwerte
Kosten:
80,– EUR
Maximale Teilnehmerzahl:
40
Kursnr.:
T04DORM2C1