Vision: Gerechtigkeit

Von dieser Kernbotschaft der katholischen Soziallehre lässt sich die Kommende leiten. Wie kann diese Botschaft heute wirksam werden?

Vision Gerechtigkeit! Wie kann diese Botschaft angesichts der großen Bandbreite wissenschaftlicher und praktischer Tätigkeitsfelder und ihrer so unterschiedlichen sozialen Zielgruppen wirksam werden? Gibt es eine Vision, die vermag, das alles zusammenzuführen? „Wir wollen Menschen für das Ideal der Gerechtigkeit sensibilisieren“, so Prälat Dr. Peter Klasvogt. Aber kann das denn gelingen – gleichermaßen für lohnabhängige Menschen wie für Unternehmer, die Gewinne machen müssen? Gerät dabei nicht das soziale Konfliktpotenzial aus dem Blick?

Die Widersprüche und das Konfliktpotenzial sind Peter Klasvogt durchaus bewusst, aber für ihn überwiegen die Chancen: „Das Spannende ist doch gerade, dass wir offen sind und uns nicht auf eine Zielgruppe einrichten. Das Ferment, das die Gesellschaft zusammenhält, ist der Gemeinsinn. Der Sinn für das, was allen nutzt und allen dient, richtet den Blick nicht nur auf den eigenen schnellen Erfolg, sondern auf den Nutzen und das Recht aller. Wer auf ein solidarisches Miteinander setzt und versucht, den Einzelnen mit seinem Potenzial und auch mit seinen Grenzen wertzuschätzen, gewinnt – ob Arbeitnehmer oder Manager. Auch ein Unternehmen wird von einer solchen Einstellung nachhaltig profitieren. Ehrlichkeit zahlt sich aus, Gerechtigkeit schafft Frieden auch im Alltag. Dafür wollen wir als Kommende werben.“

Politisch und wirtschaftlich Verantwortliche können in der Kommende den Standpunkt der Kirche zu allgemeinen und aktuellen gesellschaftlichen Fragen kennenlernen und auch einmal jenseits akuter Entschei­­dungszwänge darüber ins Gespräch kommen.

Prälat Dr. Peter Klasvogt
Leiter des Sozialinstituts Kommende Dortmund