socioMovens erhält den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens

Initiative des Sozialinstituts Kommende Dortmund mit Jugendpreis ausgezeichnet

Paderborn/Münster/Dortmund (pdp). Die europäische Jugendbewegung socioMovens mit Sitz am Sozialinstitut Kommende Dortmund wurde am Donnerstag (1. Oktober 2026) im Historischen Rathaus in Münster mit dem Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises 2026 ausgezeichnet. Vergeben wird der renommierte Preis von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL). Gewürdigt wird, dass socioMovens in sozialen Projektwochen, Bildungsangeboten und Begegnungen die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen mit praktischem Engagement verbindet. Die Initiative ist eng mit der Kommende Dortmund, dem vom Erzbistum Paderborn getragenen Sozialinstitut, verbunden. Sie setzt ihre internationalen Jugendcamps und Projektwochen in Kooperation mit der Stiftung socioMovens und der Kommende Dortmund um und bringt so junge Menschen aus verschiedenen Ländern Europas zusammen.

Festakt mit Bundeskanzler und NATO-Generalsekretär

Für 20 Jugendliche und Engagierte aus Kroatien, Rumänien, Polen, Deutschland, Litauen, Ungarn und der Slowakei, die für socioMovens an der Preisverleihung in Münster teilnahmen, war es ein ganz besonderer Tag. Ging der Hauptpreis des Westfälischen Friedens doch an die NATO als das den Frieden in Europa sichernde Verteidigungsbündnis. Entsprechend prominent waren die Redner und die rund 400 Gäste des Festaktes im historischen Rathaus von Münster. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahm den Preis stellvertretend für das Bündnis entgegen. Die Laudatio hielt Bundeskanzler Friedrich Merz. Er überreichte anschließend gemeinsam mit Dr. Reinhard Zinkann, Vorstandsvorsitzender der ausrichtenden Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), jeweils die Preis Statue. Der von der WWL verliehene Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert und geht je zur Hälfte an die beiden Preisträger.

socioMovens erhielt den Jugendpreis für das Engagement zur Begegnung, sozialen Verantwortung und für den europäischen Zusammenhalt. Die Laudatio hielt Kardinal Michael Czerny, Migrationsbeauftragter des Heiligen Stuhls. Gäste der Preisverleihung waren zudem der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und der Münsteraner Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ.

Brücken bauen

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz gratulierte den Jugendlichen persönlich zum Preis. Der Paderborner Erzbischof verwies auf die Gründung von socioMovens vor 12 Jahren und das entsprechende Engagement des damaligen Direktors der Kommende Dortmund, Prälat Dr. Peter Klasvogt, der ebenfalls an der Preisverleihung teilnahm. „Ich finde es ein wunderbares Zeichen, dass unsere Jugendbewegung socioMovens diesen Preis erhalten hat“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof. Dafür habe es auch im Saal große Zustimmung geben: für den Einsatz, Brücken zu bauen, das Engagement für einen gerechten Frieden in Europa, für Solidarität, für ein Miteinander und für Verständigung.

Laudatio von Kardinal Michael Czerny

Kardinal Michael Czerny würdigte in seiner Laudatio die Bedeutung von Begegnung, Bildung und sozialer Verantwortung für den Frieden. „Europa braucht moralische Orientierung. Europa braucht seine Seele“, betonte der Vertreter des Vatikans. Die Auszeichnung von socioMovens sei ein Zeichen der Hoffnung und der Anerkennung für eine junge Generation, die Verantwortung übernimmt, Vorurteile überwindet und Brücken zwischen Gemeinschaften und Völkern baut.

Vor dem Festakt hatten sich die Jugendlichen zusammen mit Claudia Schwarz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung „socioMovens. Giving Europe a Soul“, und Gregor Christiansmeyer von der Kommende Dortmund zu einen World-Café im Foyer der Bezirksregierung Münster getroffen. Hier würdigte unter anderem Regierungspräsident Andreas Bothe das Engagement der internationalen Jugendlichen.

Westfälischer Friedenspreis

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wurde 1998 aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens erstmals verliehen und wird seitdem alle zwei Jahre im Rathaus von Münster vergeben. Seit seiner Gründung ist der Preis in einen Haupt- und einen Jugendpreis unterteilt. Der Westfälische Frieden von 1648 beendete die seit der Reformation andauernden konfessionellen Auseinandersetzungen in Europa und schuf mit der Anerkennung unterschiedlicher Konfessionen eine Voraussetzung für religiöse Toleranz.

Leicht angepasster Text: Michael Bodin, Erzbistum Paderborn. Hier das Original.