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The Conference House
Der neue k•punkt Soziales Miteinander - Basis für Frieden ist erschienen.
Sie können sich unser Magazin hier herunterladen.
Die vergangenen Ausgaben finden Sie wie immer auf unserer Unterseite zum k•punkt.
Direktor Detlef Herbers schreibt im neuen Geleitwort:
Die Friedenstaube als Türöffner des Historischen Rathauses in Osnabrück – die beiden Rathäuser in Osnabrück und Münster sind Denk- und Mahnmal zur Sicherung des Friedens und tragen darum heute das Europäische Kulturerbe Siegel. Der Friedensschluss ist Grundlage des Völkerrechts – unabhängig von Größe und Macht der Staaten. Nach dreißigjährigem Krieg, der weite Landstriche Europas verwüstet und Not und Elend der Bevölkerung gebracht hat, konnte der Westfälische Frieden von 1648 für stabile Verhältnisse sorgen, auch wenn es auch immer wieder zu Kriegen zwischen den Nachbarstaaten gekommen ist. Der Westfälische Frieden wurde zur Basis des Miteinanders der europäischen Völker. Den wahnsinnigen Imperialismus der Großmächte im 19. Jahrhundert, der zu den beiden Katastrophen der Weltkriege im 20. Jahrhunderte führte, konnte er nicht verhindern.
Imperialistische Machtansprüche sind leider wieder hochaktuell. Die gegenwärtige Weltlage, in der drei Großmächte sich die Welt aufzuteilen beginnen, bedroht die Völkerverständigung massiv, ignoriert die Sehnsucht nach einem friedlichen und demokratischen Mit- und Nebeneinander. Europa, einst stolz auf seine Werte und seine Einigung, ist wie andere Regionen Spielball der Großmächte. Die Demokratie steht in einer Zerreißprobe, wird zerrieben zwischen unverhohlenen Machtgelüsten. Das Engagement zur Friedenssicherung, das Einfordern der Menschenrechte, des Völkerrechts, der Einsatz für die Demokratie sind wieder dringlich.
Inmitten dieser Krisen wird unsere Initiative „socioMovens. Giving Europe a Soul“ am 1. Oktober mit dem renommierten Jugendpreis „Westfälischer Frieden“ 2026 ausgezeichnet. Das erfüllt uns mit Stolz. Und es ist eine große Ermutigung, angesichts der politischen Lage unseren Einsatz zu steigern. SocioMovens arbeitet in lokalen und internationalen Jugendprojekten an einem geeinten und sozialen Europa. Der Preis wird uns verliehen, so die Begründung, weil junge Menschen bei socioMovens „sich für Frieden, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen“. Die Auszeichnung verknüpft also Friedenssicherung mit sozialem Miteinander und europäischem Gemeinsinn.
Sie greift damit einen alten Grundsatz sowohl der Sozial- als auch der Friedensethik auf: Frieden ohne soziale Gerechtigkeit hat keinen Bestand. Das soziale Miteinander, die Solidarität in und zwischen den Staaten ist die notwendige Basis des ersehnten Friedens. In den heiligen Schriften des ersten Testaments zum Ausdruck gebracht durch die Taube, die vom Ende der Sintflut und dem Friedenschluss zwischen Gott und Mensch kündet. In diesem Sinne ist auch das Leitmotiv des Sozialinstituts Kommende Dortmund „Gesellschaft gerecht gestalten“ zu deuten. Soziale Gerechtigkeit in Nächsten- und Feindesliebe schafft und sichert Frieden.
In 2025 haben sich die Krisen des letzten Jahrzehnts zugespitzt: die völkerrechtswidrigen Kriege ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, die Gefährdung der Demokratie durch Rechtspopulismus, die ökologische Krise mit steigernder Erderwärmung und unbeherrschbaren Wetterextremen, die fragile Sicherung des Sozialstaats und das Anwachsen der Arbeitslosigkeit, die schwächelnde Wirtschaft. Sie spiegeln sich auch im Rückblick auf unser Jahr 2025. Die Beiträge dieses K-punkt spezial zeigen dabei: Zum Rückzug in den resignativen Fatalismus gibt es keinen Anlass. Wo Menschen zusammenkommen, sich den Krisen stellen, ihre Sehnsucht und Hoffnung teilen, entsteht Mut zum Handeln an den Orten unseres Alltags. Sich gemeinsam auf den Weg zu machen, ist auch ein erster Schritt auf dem Weg der Friedenssicherung.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und lade Sie herzlich zum Mittun in unseren Anliegen und bei unseren Veranstaltungen in 2026 ein.