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The Conference House
Zwei Wochen voller winterlichen Spitzensports. Zwei Wochen Ringen um Gold, Silber und Bronze. Die olympischen Winterspiele 2026 in Italien sind begleitet von medial außerordentlich positiven Bewertungen zu Ende gegangen. Doch glänzt hier nur eine Seite der Medaille?
Die olympischen Spiele wollen Zeichen sein für ein weltweit friedliches Zusammenleben: In Paris nahmen 2024 über 10.000 Athletinnen und Athleten aus über 200 Nationen teil. Sie kompetierten nicht nur um die besten drei Plätze in den verschiedenen Disziplinen, sie begegneten einander über Grenzen hinweg im sogenannten olympischen Dorf – und das ganz real und unmittelbar. Jedoch: Die diesjährigen Winterspiele fanden an verschiedensten Orten in Italien statt. Sportlerinnen und Sportler bekundeten Unmut darüber, dass zwar medial der olympische Geist aufpoliert würde, die Wettkämpfe vor Ort hingegen durch die Zerstreuung der Austragungsorte nicht vom olympischen Geist entfacht seien, sich gar steril anfühlten.
Das Erleben vor Ort und die mediale Aufbereitung in diametralem Gegensatz?
Die Organisatorinnen und Organisatoren sollten sich in Zukunft fragen, in welcher Richtung sie eine PR-Strategie ansetzen: Sollen beeindruckende olympische Spiele und Begegnungen dazu führen, dass reale bewegende Bilder entstehen und darauf aufbauend mediale Aufmerksamkeit auf das sportliche Großereignis gerichtet wird? Oder wird bereits vor den olympischen Spielen eine zuvor durchorchestrierte PR-Strategie dafür sorgen, dass möglichst gewünschte Bilder entstehen, die sich medial und nicht zuletzt monetär vermarkten lassen?
Immer wieder war zu beobachten, wie frisch gebackene Gewinnerinnen und Gewinner der Medaillen aus den Jubeltrauben, die sie im Ziel umgaben, herausgezerrt wurden, damit auch bitte im Sinne des Protokolls möglichst zeitnah nach dem Wettkampf die Siegerehrung stattfinden würde.
Es bleibt die Frage im Raum: Welche Bilder möchte Olympia in die Welt tragen? Wie viel medialer Glanz lässt sich künstlich planen, ohne dass der Geist von Olympia verloren geht? Denn auch in Zukunft sollte das Herzstück dieser Spiele die tatsächliche Begegnung sein.
Warum die hochprofessionelle mediale Aufbereitung der olympischen Winterspiele nur eine Seite der Medaille zeigt, beschreibt Fabio Zanolli im aktuellen Stand•PUNKT.
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