Schüler im Gespräch mit Mitbewohnern der Fazenda
In Kooperation mit der Gesamtschule Dortmund Scharnhorst wurde vom 1. – 3. Juli 2011 ein Wochenendseminar mit 5 Schülern auf der Fazenda da Esperanca im Kloster Mörmter als Projekt zur Suchtprävention durchgeführt. Auch hier stand das erlebnisorientierte Lernen im Vordergrund. Im Rahmen dieses Projektes, welches jährlich durchgeführt werden soll, leben Schülerinnen und Schüler drei Tage auf der „Fazenda da Esperanza“ („Hof der Hoffnung“), einem therapeutischen Bauernhof mit jungen suchtkranken Menschen zusammen. In den persönlichen Begegnungen und offenen Gesprächen erfahren sie von den Lebensschicksalen der Bewohner. Zu ihrer eigenen Überraschung entdecken die Schülerinnen und Schüler, dass die Suchtkranken „ganz normale" junge Leute sind, „Menschen wie du und ich“, und wie leicht man auf die „schiefe Bahn“ rutschen und in Abhängigkeit geraten kann. Vor allem aber überzeugen der Lebenswille und die Entschiedenheit der Suchtkranken, die in dem intensiven wertbasierten Miteinander einen Sinn für ihr Leben gefunden und einen neuen Lebensstil eingeübt haben. Gelebte und erlittene Überzeugungen, die ansteckend wirken, mehr als jede Predigt.
„Das sind ja ganz normale Menschen, so wie wir!“ Melanie (Teilnehmerin
des Suchtpräventionsprojekts)
Die Herausforderung besteht darin, sich an dieselben „Spielregeln“ zu halten wie die Bewohner dieser Einrichtung. Das bedeutet: Drei Tage kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Handy, kein Internet…
„Ich hätte nie gedacht, dass der so einen schwierigen Lebensweg
und so eine Drogenkarriere hinter sich hat, jetzt kann man
sich gar nicht mehr vorstellen, dass er einmal so tief im Sog der
Sucht gesteckt hat.“ Sandra (Teilnehmerin des Suchtpräventionsprojekts)
Das kurze Zusammenleben, die Begegnung und die Gespräche mit ehemaligen Drogenabhängigen verändern die Einstellung und Wahrnehmung der Schüler zu Drogen und Suchtgefahren. Zugleich werden sie in die Grundstrukturen der Gesundheitspolitik und Anliegen der Gesundheitsvorsorge eingeführt. Sie lernen den Zusammenhang zwischen Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Sorge kennen. Im Mai 2012 ist ein weiteres Wochenende auf der Fazenda da Esperanca mit Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule
Dortmund-Scharnhorst geplant.
„Ich wusste gar nicht, dass der Staat so viele Programme und Kampagnen gegen Suchterkrankungen fördert. Das finde ich richtig gut!“ Christian (Teilnehmer des Suchtpräventionsprojekts)





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