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"Stark ohne Gewalt" in Neheim-Hüsten - Pressespiegel

Die "Straßenfeger" zeigten, dass der Besen nicht nur zum Fegen gebraucht werden kann. Er kann auch zum Musikinstrument umfunktioniert werden.  


Stärke – aber ohne Gewalt
Schüler der Grimmeschule zeigen besonderes Musical

Hüsten. Wie ist das eigentlich – ein Schulhof ohne Prügelei, ein nach Hause Weg, ohne das die Fäuste fliegen? Geht das, oder ist es so, dass es immer wieder die „Starken“ gibt, nach denen sich alles richtet, denen sich der Rest unterordnen. Die „Starkmacher“ e. V. aus Mannheim im Verbund mit der Band „GenRosso“, versuchen dieses Muster zu durchbrechen.

Ausgehend von dem Katholischen Bildungswerk Arnsberg/Sundern in Kooperation mit der Kommende-Stiftung beneVolens kam die Zusammenarbeit für das Projekt „Stark ohne Gewalt“ mit der Grimmeschule zu Stande. Jede Menge Arbeit, Finanzierung, Organisation oder Vorbereitung der Sporthalle „Große Wiese“ kam auf die Veranstalter zu. Zwei Tage lang probte die Band mit den Schülern der Klassen sieben bis zehn tanzen, singen und die richtige Bewegung zur richtigen Zeit zu machen, um in dem Musical „Streetlight“ aufzutreten. Die Schüler der Klassen fünf und sechs füllten das Vorprogramm. „Alle waren von Anfang an mit einhundert Prozent dabei“, so Thomas Bertram. „Es war bei den Proben und Workshops große Disziplin angesagt. Es ging dort keineswegs kuschelig zu. Klare Ansagen wurden gemacht und Konzentration eingefordert“.

Die „Starkmacher“ waren immer dabei: „Es kommt uns darauf an, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten entdecken. Die Schüler, die dazu neigen, mit Gewalt ihre Probleme zu lösen, haben eine sehr niedrige Frustrationsschwelle. Sie erleben immer wieder die gleichen Niederlagen – du bist nichts und du kannst nichts. Wenn es uns gelingt, dass sie ihr Ding hier durchziehen und hinterher auf der Bühne stehen, ist das ein enormes Aufbaupotenzial und ein großer Gewinn für sie“. Christian Röser, Geschäftsführer bei Starkmacher e.V., Geschäftsstelle Mannheim, ist deutlich anzumerken, wie ihn dieses Projekt mitreißt. Waren die „Starkmacher“ in ihren Anfangszeiten ehrenamtlich tätig, so sind sie inzwischen so „stark“ geworden, dass sie nun hauptberuflich gegen Gewalt unterwegs sind. Ihr Motto ist: „Dem Menschen zugewandt“. „Bei unserem Musical werden die gesellschaftlichen Maßstäbe außer Kraft gesetzt. Die Zuschauer sollen zwar merken, dass viel Arbeit und Schweiß dahinter steckt, aber wir suchen hier nicht den Superstar“, erläutert Röser.

Stärken auf einer anderen Ebene

Dies konnte jeder unterschreiben, der die Aufführungen sah. Hier ging es nicht um die perfekte Show, hier ging es um Begeisterung, darum, etwas geschafft zu haben und vielleicht zu merken, dass der Einzelne es nicht nötig hat, mit Gewalt zu reagieren. Die Stärken auf einer anderen Ebene zu entdecken und dies auch auszubauen, das ist die Nachhaltigkeit, die sich alle Beteiligten wünschen. Im Unterreicht wird das Thema immer wieder aufgegriffen werden, ist sich Thomas Bertram sicher. Ab sofort sind die Beteiligten und vor allem, die Kinder und Jugendlichen, zu Multiplikatoren geworden, wenn es um „Stark ohne Gewalt“ geht. Das Musical war an beiden Tagen ausverkauft und die Zuschauer restlos begeistert.    

Gaby Decker
erschienen im Sauerlandkurier am 12.11.2010

 

Gemeinsam „stark gegen Gewalt“
Neheimer Grimme-Hauptschüler boten zwei beeindruckende Musical-Aufführungen / Nur eine Woche Vorbereitung

Hüsten. Ausverkauft waren die zwei Musical-Aufführungen zum Projekt „Stark ohne Gewalt“ in der Sporthalle „Große Wiese“. Weit mehr als 1000 Zuschauer besuchten die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler der Neheimer Grimme-Hauptschule und der multikulturellen Band „GenRosso“.

„Es war die Bombe. Ich hätte nie gedacht, dass man so etwas in knapp einer Woche hin bekommt“, schwärmt der 15-jährige Schüler Tristan Hültenschmidt. Die Aufführung war in zwei Teile gegliedert. Den ersten Teil gestalteten die Grimme-Schüler ganz allein, mit einer Sound- und Lichtshow, Akrobatik, dynamischen Theaterszenen, dem Chor „starke Kinder“ und der tänzerischen Darbietung von „Modern Dance“.

In 16 Workshops an nur zwei Nachmittagen hatten die Schüler ihr Programm einstudiert. Die „Straßenfeger“ zeigten, dass man mit einem Besen nicht unbedingt fegen muss, sondern gemeinsam in einer Gruppe auch ganz flotte Musik machen kann. Für das Projekt gründeten die Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klasse sogar den Chor „Starke Kinder“. In ihrem Lied zeigten sie ganz klar auf, das „starke Mädchen“ nicht nur schöne Augen haben und „starke Jungs“ auch damit fertig werden, wenn sie nicht nur auf der Gewinnerseite stehen. Absoluter Höhepunkt: das Musical „Streetlight“. Zusammen mit der Band GenRosso“, den „Starkmachern“ und Schülern der Grimme-Schule wurde beeindruckend gezeigt, dass man Konflikte auch gewaltfrei austragen kann. „Der zweite Teil ist schon sehr professionell aufgeführt, doch was unsere Mitschüler gemacht haben, war auch gut aufgestellt. So etwas könnte man öfter machen“, so der 16-jährige David Gersthagen. Für die 17-jährige Shari Castagnaro waren einige Szenen etwas langatmig. „Ich habe lieber mehr Aktionen, aber sonst war das Projekt eine gelungene Sache.“

Gestern besuchten Schüler der Arnsberger Gymnasien, Real-, Haupt- und Sonderschulen die Vorstellung. Zum Abschluss meinte Thomas Bertram, Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks Arnsberg-Sundern: „An die anfänglichen Bauchschmerzen denke ich gar nicht mehr.“       

 

erschienen in der Arnsberger Rundschau am 12.11.2010

 

Beeindruckendes Musical zum Thema Gewalt
340 Grimmeschüler standen mit der Band „GenRosso“ auf der Bühne / Projekt begeisterte rund 1700 Zuschauer

Hüsten. In zwei Vorstellungen verzauberten insgesamt 340 Schüler der Grimme-Hauptschule und die multikulturelle Band GenRosso das Publikum in der Sporthalle Große Wiese in Hüsten. Das Musical „Streetlight“ basiert auf einer wahren Geschichte und nimmt sich dem Thema Gewaltprävention an.

Angesichts der Tatsache, mit der internationalen Band „GenRosso“ auftreten zu dürfen, stimmten die Grimmeschüler der Idee zu, obwohl sie gerade erst eine Projektwoche hinter sich hatten.

Auch wenn es sehr stressig war, das Musical in nur zwei Tagen einzustudieren, hatten alle Beteiligten viel Spaß und waren mit Eifer bei der Sache, was nicht zuletzt auch daran lag, dass die Band „die Herzen der Schüler im Sturm eroberte“, erklärte ein Lehrer nach der Veranstaltung. Vor dem Start des Musicals boten einige Schüler ein abwechslungsreiches Vorprogramm, das aus den Ergebnissen fünf verschiedener Workshops bestand.

Leben im Ghetto

Das Musical handelt von Jugendlichen, die im Chicagoer Ghetto auf unterschiedliche Weise – auf der einen Seite mit Gewalt, auf der anderen ohne Gewalt – leben und handeln, wobei der gewaltsame Alltag überwiegend dargestellt wird. In den Liedern verdeutlichen diese Jugendlichen, gespielt von Mitgliedern der Band „GenRosso“ ihre Gefühle, Wünsche und Träume.

Gesprochen und gesungen wurde hauptsächlich auf Englisch, deutsche Übersetzungen wurden dazu auf zwei Leinwänden angezeigt. Die Zuschauer der Vorstellung – Schüler und Lehrer des Gymnasiums, sowie der Real-, Haupt- und Sonderschulen – waren sichtlich begeistert von dem Musical.

 

Carla Hennecke und Viktoria Pater Klasse 8a St. Ursula-Gymnasium Arnsberg
erschienen in der Arnsberger Rundschau am 13.11.2010

 

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