Sozialinstitut
Kommende Dortmund
Brackeler Hellweg 144
D-44309 Dortmund
Telefon 0231 - 20605-0
Telefax 0231 - 20605-80



Impressum
Gütesiegel Weiterbildung
 
Förderverein + Stiftung

Vierte Sozialakademie mit 22 Seminaristen.

Wiedenhaus„Wir haben die Kirchen Europas kennengelernt und ziehen schon jetzt, aber auch zukünftig unseren Nutzen daraus. Ein guter Weg, um mit unserem Einsatz mitzuwirken, Europa eine Seele zu geben.“ Diese Bilanz zog Andris Jaksis aus Lettland nach seiner Teilnahme an der Sozialakademie „Europa eine Seele geben.“ im vergangenen Jahr. Die Teilnehmer der aktuellen Kommende-Sozialakademie dürften nach dem Abschluss in zwei Wochen ein ähnlich positives Resümee ziehen. 22 Seminaristen aus Mittel- und Osteuropa sind in diesem Jahr im Erzbistum zu Gast.

Ein Bus stoppt vor dem Immaculata-Haus am Rande der Paderborner Innenstadt. Eine Gruppe junger Männer steigt aus, manche tragen den „Römischen Kragen“ und sind sofort als Seminaristen zu erkennen, andere sind ganz leger gekleidet. Es wird gelacht, hier und da sind zwei oder drei in ein Gespräch vertieft. Im Innenhof stellen sich die jungen Männer für ein Foto auf, dann verläuft sich die Gruppe. Die einen zieht es auf ihr Zimmer, andere wollen noch das schöne Sommerwetter genießen. Dazu gab es heute bisher keine Gelegenheit.
„Wir kommen gerade von einer Besichtigung bei den Benteler-Werken zurück“, erläutert Dr. Peter Klasvogt. Der Kommende-Direktor leitet auch die Sozialakademie, die in diesem Jahr zum ersten Mal außerhalb Dortmunds stattfindet. Rund sechs Stunden lang ging es heute im Rahmen des Studientages „Kirche und Wirtschaft“ um Themen wie Wettbewerb, Weltwirtschaftskrise oder Wirtschaftsethik. Fachleute und Vertreter der Benteler-Geschäftsleitung vermittelten Einblicke in die Unternehmensabläufe, standen Rede und Antwort. Neben der Theorie kam aber auch die Praxis nicht zu kurz: Die 22 Seminaristen aus sieben Ländern konnten sich auch einen ganz konkreten Eindruck vom Arbeitsleben in einem deutschen Großbetrieb verschaffen. „Unser Programm ist schon sehr ambitioniert“, fasst Klasvogt zusammen. „Allerdings gibt es nicht jeden Tag so viele geballte Informationen und Eindrücke.“ Wobei, so fügt er mit Blick auf das Gesamtprogramm hinzu, allein die Bandbreite der Themen es mit sich bringe, dass auf die Teilnehmer eine ganze Fülle von Fakten und Begegnungen zukomme. „Entsprechend treten wir immer mittwochs ein wenig auf die Bremse, um das Erlebte zu verarbeiten und zu reflektieren“, erläutert der Kommende-Direktor. Schließlich wolle man die Seminaristen („Einige sind zum ersten Mal in ihrem Leben im Ausland!“) nicht überfordern. Auf der anderen Seite, so Klasvogt, brächten die Teilnehmer ungeheuer viel Engagement mit: „Sie möchten so viel wie möglich kennenlernen und sind entsprechend motiviert.“
Die Einladungen werden in jedem Jahr an die Ortsbischöfe Mittel- und Osteuropas verschickt, über die Regenten der  Priesterseminare laufe dann, so Klasvogt, „erfahrungsgemäß die Auswahl“. Von „Elite“ möchte der Kommende- Direktor nicht sprechen, aber: „Es sind schon Menschen, auf die eine gewisse Hoffnung gesetzt wird.“ Hoffnungen angesichts ungeheurer Umbrüche in den Heimatländern der Seminaristen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Viele Menschen sind dort zu „Verlierern“ geworden, und auch die Kirchen sind vor unzählige neue Herausforderungen gestellt worden. „Daraus ist letztlich auch unsere Motivation erwachsen, die Sozialakademie ins Leben zu rufen“, sagt Dr. Peter Klasvogt: „Wir sind der Meinung, dass wir zum einen als Teil der Weltkirche hier eine ganz konkrete Verantwortung tragen und zum anderen etwa mit den Ideen der Katholischen Soziallehre über Modelle verfügen, die in diesen Situationen vonnöten sind.“ Schließlich dürfe man im „Westen“ nicht vergessen, dass die Freiheit auch eine ganze Reihe von Ängsten erzeuge. Davon, so Klasvogt, seien auch die Kirchen nicht ausgenommen. Allerdings handele es sich keinesfalls um „Entwicklungshilfe: „Die Sozialakademie ist ja keine Einbahnstraße!“ Für den Leiter der Kommende steht der Netzwerkgedanke ganz klar im Vordergrund: „Europa wächst trotz aller Widrigkeiten zusammen – für die Kirche Verantwortung und Chance zugleich.“ Denn in einem Punkt ist er sich sicher: „Als Christen können wir Brücken bauen, die es sonst in Europa nicht gäbe!“ Greifbar soll der europäische Gedanke für die Teilnehmer etwa beim Besuch in Den Haag werden. Noch zwei Wochen werden die Mitglieder dieses „temporären internationalen Priesterseminars“ (Klasvogt) diskutieren, sich mit neuen Eindrücken auseinandersetzen, Grenzen hinter sich lassen. Der Kontakt wird nach der Rückreise nicht abreißen. Und einige werden sich bei den Jahrestreffen der „Ehemaligen“ wiedersehen. Diese Treffen bilden in jedem Jahr den Abschluss der Sozialakademie.

Inhalt und Programm

Die Teilnehmer der Sozialakademie „Europa eine Seele geben“ erwartet ein fünfwöchiges Programm. Inhaltliche Schwerpunkte werden in diesen Bereichen gesetzt: Vorgestellt und diskutiert werden die Grundpositionen, Prinzipien und Entwicklungslinien der Katholischen Soziallehre. Der europäische Einigungsprozess und die Rolle der Kirchen bildet einen anderen Programmpunkt. In einem weiteren Schwerpunkt befassen sich die Teilnehmer mit politischen, kulturellen und religiösen Werten und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen.
„Aktuelle Herausforderungen“ ist ein inhaltlicher Akzent überschrieben, in dem es um Arbeit und Arbeitslosigkeit, soziale Sicherung und Armut, Situation und Stärkung der Familien, Solidarität angesichts von Globalisierung, Schöpfungsverantwortung und bedrohte Umwelt geht. Auch die Situation in den Herkunftsländern der Teilnehmer wird in den Blick genommen: Diskutiert werden politische, soziale und wirtschaftliche Strukturen und Herausforderungen. Ein weiterer Programmpunkt trägt den Titel: „Praxis und pastoral-soziale Kompetenzen in konkreten Anwendungsfeldern“.
Jede der fünf Wochen befasst sich mit einem Themenfeld: In der ersten Woche ging es um „Glaubensgemeinschaft in Tradition und Gegenwart“, Caritas und soziale Verantwortung bildete den Schwerpunkt der zweiten Seminarwoche, die dritte Woche war überschrieben: „Anwaltschaft für den Menschen, für Frieden und Gerechtigkeit“. In der kommenden vierten Woche des Seminars steht die Arbeit des Hilfswerkes „Renovabis“ im Mittelpunkt. Der Netzwerkgedanke des Seminars kommt dann in der letzten Woche zum Ausdruck. Die Alumni- Jahrestagung bei Berlin trägt den Titel: „Generation Europa – aber in welchem Geist?“
Teilnehmen können Theologiestudenten ab dem dritten Studienjahr, eine Voraussetzung sind gute Kentnisse der deutschen Sprache. Weitere Informationen über das Seminar und die Arbeit der Kommende im Internet unter: www.kommende-dortmund.de

 

Der Bericht wurde von Andreas Wiedenhaus in Der DOM Nr. 33; 15. August 2010 veröffentlicht.

Sozialinstitut Kommende Dortmund
 
Suche auf der Homepage  
 
 
 
Praktika in der Kommende

 
Unternehmerpreis 2012
 
Amosinternational
AMOSinternational
 
Osteuropa-Forum
 
k.punkt. Das Magazin
 
Kommende-Stiftung