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Sind Industrieländer (mit)schuld an der Armut in Entwicklungsländern? oder: Sozialethik macht Philosophie mit Wirtschaftspolitik bekannt und kritisiert Präsident Obama

Sind Industrieländer (mit)schuld an der Armut in Entwicklungsländern?

oder: Sozialethik macht Philosophie mit Wirtschaftspolitik bekannt und kritisiert Präsident Obama


Vortrag und Diskussion am 14. September 2010 um 16 Uhr

 

im Rahmen des 20. Forum Sozialethik

 

Ort:

Katholische Akademie Schwerte
Akademie des Erzbistums Paderborn
Kardinal-Jaeger-Haus
Bergerhofweg 24
58239 Schwerte

Anmeldung: über www.kommende-dortmund.de

Flyer zum Download HIER!

 

Zum Inhalt

Sind Industrieländer (mit)schuld an der Armut in Entwicklungsländern?

Diese Frage beantworten Eine-Welt-Bewegte und Kapitalismuskritiker(innen) recht schnell mit einem klaren „Ja“. In der philosophischen Debatte wird kontrovers und scharf diskutiert, ob historische Ereignisse und aktuelle wirtschaftliche und politische Strukturen tatsächlich zur Armut in der Welt beitragen: als kausale Verursachung oder doch nur als eine Möglichkeitsbedingung? als massives Hindernis bei der Lösungssuche oder doch nur als Ergebnis nationalstaatlicher Entscheidungen? Während Thomas Pogge, der in inter-nationalen Fragen ‚abgefallene’ Rawlsschüler, für diese Mitverantwortung der Industrieländer argumentiert, stellen sich David Miller und Peter Schaber gegen eine solche Position.

Die Diskutierenden müssen ihre Position einerseits wirtschaftspolitisch empirisch zu belegen wissen, andererseits schlüssige philosophische und sozialethische Argumente vorbringen. Gerade die empirischen Belege sind in den philosophischen Diskussionen oft skizzenhaft und nah der Oberfläche von wirtschaftspolitischen Wirklichkeiten. Dagegen sollen Einblicke in wirtschaftspolitische Zusammenhänge diese ohnehin lebhafte Diskussion bereichern und sozialethische Ansätze Kriterien für den Maßstab einer ‚fairen Wirtschaftsordnung’ entwerfen.

Gelingt eine solche Begründung grundsätzlich, dann verändert dies die Struktur der Lösungsansätze und kann für die dann anstehenden Reformen einen erheblich höheren Verpflichtungsgrad reklamieren als allgemeine Hilfspflichten bei lang anhaltender Armut oder Katastrophen (die Debatte um humanitäre Hilfspflichten ist an dieser Stelle ausgeblendet). Führt diese Argumentation zu einer gut abgewogenen Einschätzung, dann lässt sich auch klären, welche Verantwortlichkeiten der führenden Wirtschaftsnationen, auch in multilateralen und internationalen Organisationen (IWF, Weltbank etc.), sich tatsächlich reklamieren lassen und welche Verantwortungsbereiche anderen Akteuren (Zivilgesellschaft, Regierungen in Entwicklungsländern, Unternehmen usw.) nicht genommen werden dürfen. Vor diesem Hintergrund rundet eine knappe Analyse der Rede von US-Präsident Barack Obama in Ghana 2009 den Vortrag ab.

 

Der Referent
Dr. theol. Andreas Fisch arbeitet als Referent für Wirtschaftsethik im Sozialinstitut Kommende Dortmund. Er forschte zu ethischen Fragen der Weltwirtschaft, war Missionar auf Zeit (MaZ) in Brasilien und hat Bücher zur Christlichen Sozialethik, zur Option für die Armen, Wirtschafts- und Migrationsethik geschrieben.

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