Gesundheit für Menschen ohne Papiere: Zur Versorgung "Illegaler"
Eine Einführung in verborgene Lebenslagen mit ethischen Reflexionen zur gegenwärtigen Politik
Vortrag und Diskussion am Mittwoch, den 12. Mai 2010 in Erlangen, 18 (s.t.) bis 19:30 Uhr
im Rahmen der Ringvorlesung "Medizin und Menschenrechte" der Professur für Ethik in der Medizin der Universität Erlangen
Ort:
Kollegienhaus
Universitätsstraße 15
Senatssaal 1.011 / Raum 1.013
Erlangen
Zum Inhalt
Ein gesellschaftliches Tabu: Menschen ohne Aufenthaltspapiere
Ein dramatisches Problem: krank werden, wenn man offiziell gar nicht im Land sein dürfte
Erst die Kirchen und andere gesellschaftliche Gruppen machten die Schicksale von ‚Statuslosen’ bekannt. Besonders bei der Gesundheitsversorgung offenbaren sich gravierende Notlagen. Doch wie behandelt man kranke Menschen ohne Aufenthaltsstatus? Politische, wirtschaftliche und humanitäre Gründe sprechen für erhebliche Reformen der derzeitigen Gesetzeslage.
Um diese Reformen zu konkretisieren stellt der Referent die Schattenwelt der bis zu 1,3 Millionen Statuslosen in Deutschland vor. Der Schwerpunkt liegt auf der Lebenslage Krankheit und Gesundheit: Mit welcher Findigkeit verschaffen sich Statuslose Zugang zu einer basalen Gesundheitsversorgung? Und welche Probleme bleiben unüberwindbar, wenn jemand schwanger wird, wenn Kinder Impfungen brauchen, wenn Tuberkulose verschleppt wird...?
Ausgehend von dieser Analyse entwickelt der Referent eine klare Position, die Menschenrechte und nationale Souveränität gleichermaßen bedenkt und widerlegt eine Reihe von Einwänden, die jede Hilfsverpflichtung für Statuslose abwehren möchten. Das sorgfältige Abwägen dieser Auswirkungen deckt manche Irrationalität populärer Meinungen und der aktuellen Politik auf.
Der Referent
Dr. theol. Andreas Fisch arbeitet als Referent für Wirtschaftsethik im Sozialinstitut Kommende Dortmund. Er hat über humanitäre und wirtschaftliche Aspekte illegaler Migration bei Professor Dr. Dr. Karl Gabriel am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften (Münster) promoviert.





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