Im Park der Kommende Dortmund sind sie zu sehen: die Weltreligionen als Plankton mit einem Kastenmenschen in ihrer Mitte.
Plankton leitet sich ab von dem griechischem Wort planktos, das soviel bedeutet wie umherirrend. Die Menschen in Bernd Moenikes Steinarbeiten begegnen uns umherirrend. Der Mensch im Plankton, mitschwimmend, getrieben von der Masse, in völlig unübersichtlichen Zusammenhängen steckend, allein und doch verschlungen in und mit der Masse, das ist ein Grundanliegen des Künstlers.
Dazu kommt das Motiv des Kastenmenschen. Er scheint einen Aspekt des Plankton aufzugreifen und weiterzuführen. Die Sorge dieses Menschen ist es, den Kasten zu durchbrechen, hinter sich zu lassen, aus ihm herauszukommen. Er ringt mit sich und der Welt urn seine Ziele, Werte im Leben und Alltag, dem Sinn des Lebens und den großen Aufgaben. Die Suche nach Orientierung treibt ihn um. Dabei ist die Auseinandersetzung mit den vielen möglichen Lösungen eine unausweichliche Herausforderung.
Es ist notwendig eine persönliche oder soziale Konstruktion von Sinnhaftigkeit zu entwickeln, deren Deutungen wir in einer Ordnung oder Struktur organisieren. Deshalb kann die Interpretation von Kunst nur ein mögliches Angebot zum Verständnis sein, die Wahrheit, "wie sie wirklich ist", kann nicht oktroviert werden, sondern muss vom Interpretierenden in seiner eigenen Welt reflektiert werden. Bernd Moenikes interpretiert in seinen Werken das Verhalten von Menschen in dieser Welt. Seine ästhetische Sprache bleibt der Realität verbunden, arbeitet aber mit den Stilmitteln des Torso und des Unvollendeten.
In der Aufstellung an der Kommende Dortmund wird ein Kastenmensch in Bezug zu den Symbolen der fünf größten Religionsgemeinschaften gestellt. Die Religionsgemeinschaften beeinflussen Menschen, so dass sie instrumentalisiert werden als Bannertrager einer bestimmten Ideologie. Die Geschichte hat uns bis in die Gegenwart hinein viele Beispiele dafür geliefert, wie der Mensch, seiner Religion wegen, andere Menschen bekämpft. Bernd Moenikes Skulpturen sind in ihrer Gesamtheit als ein Ringen um Freiheit zu verstehen, als Symbole eines Leitbildes, die Freiheit des anderen zu tolerieren und zu akzeptieren.
Der Text stammt aus dem Begleitheft zur Ausstellung; gekürzt und leicht überarbeitet.






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