Seit September 1998 ist die große Kapelle des Sozialinstituts Kommende grundlegend renoviert und künstlerisch neu gestaltet. Als Programm der Ausgestaltung wählte der Künstler Thomas Jessen aus Düsseldorf die Heiligen.
Schaut der Betrachter in der Kapelle der Kommende nach vorn, hinter dem Altar, sieht er, wie Risse in der Wand entstehen, und wie links und rechts vom Kreuz Christus selbst aus der Wand auftaucht: fast schemenhaft und doch immer besser erkennbar, je langer man hinblickt. In der Mitte des der gekreuzigte Heiland, getötet, die Beine nicht zerschlagen, die Brust von einem Soldaten mit der Lanze durchbohrt, Wasser und Blut flossen. Hier werden Tod und Auferstehung des Herrn gegenwärtig.
Und bei Christus jeweils ein Mensch: der ungläubige Thomas und Maria Magdalena - zwei Osterdarstellungen.
Maria Magdalena auf dem Schachbrett dargestellt. Das Schachspiel ist ein altes Sinnbild unseresLebens: Kampf zwischen Schwarz und Weiß" zwischen Gut und Böse in unserem Herzen und in der Welt. Die Botschaft an Christen ist eindeutig: Gesendet auf das Schachbrett von Gut und Böse der Welt, in die vielen Grauzonen und Dämmerungen des eigenen Lebens.
Thomas, der am Ostertag nicht bei den zwölf Aposteln war und nicht an die Auferstehung glauben konnte: Ihm erscheint Christus, indem er die Hand des Thomas in seine Seite, an sein Herz legt. Er führt ihn zum persönlichen Glauben, sodass er der Welt und den Christen das schönste und zugleich kürzeste Glaubensbekenntnis aller Zeiten schenkt: "Mein Herr und mein Gott!"
Wer die Kapelle betritt, dessen Blick wird sofort emporgerissen - an die Decke der Kapelle sind die Gesichter von 51 verschiedenen Heiligen gemalt.
Jeder ist anders und jedes Gesicht spiegelt ein ganzes unverwechselbares Leben, denn der Künstler hat keine Idealgesichter oder Phantasiegemälde gestaltet. Authentische Porträts von Heiligen, von den neueren nach Fotografien gemalt, von den älteren nach Totenmasken oder frühen Zeichnungen. In jedes Gesicht hat das Leben seine Spuren eingegraben, in jedem sind Schmerz und Leid, Freude und Hoffnung zuruckgeblieben. Kein Gesicht gleicht dem anderen, jedes ist anders, und doch ist jedes erfüllt von der untergründigen und unstillbaren Sehnsucht nach Gott.








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