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Querdenker-Abend mit Julia Friedrichs abgesagt

Am Donnerstag, den 18.Mai, ist die Journalistin und Buchautorin Julia Friedrichs in der Kommende zu Gast. Ab 19.30 Uhr stellt sie ihre Kritik an der neuen „Dienstbotengesellschaft“ vor und zur Diskussion. Bekannt wurde Julia Friedrichs u.a. durch ihre Veröffentlichungen zur deutschen Klassen- und Erbengesellschaft. Zuletzt veröffentlichte sie eine Dokumentation zur Ausbeutung durch Arbeit auf Abruf. Beim Querdenker-Abend in der Kommende geht es um den Gegensatz zwischen Gutverdienern und Niedriglöhnern, zwischen Unter- und Mittelschicht, Leistungsträgern und Servicekräften, Boten und Bedienten. Wir fragen nach:

  • Muss es uns peinlich sein, wenn Menschen gegen geringe Bezahlung und zu flexiblen Zeiten für uns putzen und Pakete schleppen, Babysitter- oder Kurierdienste übernehmen?
  • Warum sollten die besser Ausgebildeten und besser Verdienenden, die beruflich Überlasteten, die gesellschaftlichen „Leistungsträger“ ihre Lebenszeit mit solch einfachen Tätigkeiten „verschwenden“?
  • Was spricht gegen die Bewertung der verschiedenen Arten von Lebens- und Arbeitszeit nach der allseits genutzten Marktlogik?
  • Wo liegen die Ursachen für die geringe Bezahlung von Dienstleistungen und Servicekräften? Ist es der Egoismus der nutznießenden Mittelschicht? Die schwache gewerkschaftliche Organisation? Die ausgeklügelten Strategien zur Privatisierung und (Schein-)Selbstständigkeit bis zur Einzelperson?
  • Wo gibt es Ansatzpunkte für eine höhere Bewertung privater Dienstleistungen? Müsste die Nachfrage dazu nicht eher wachsen, anstatt sie aufgrund persönlicher Skrupel zu verringern?
  • Lässt sich die Organisation per Internetplattform, die eine personenunabhängige Flexibilität der Lieferung von Waren und Leistungen ermöglicht, auch gegenläufig nutzen: zur Solidarisierung der „Dienstboten“ untereinander; zur Absprache angemessener Entlohnung unter mit den „Abnehmern“?
  • Oder ist es gar denkbar, dass die Gesellschaft die Auswüchse des arbeitsteiligen Kapitalismus wieder zurückdrängt aus dem Sektor der privaten Alltagsgestaltung und der Sorge füreinander?
  • Geht es letztlich um die Frage einer gerechteren Entlohnung? Oder um den grundsätzlichen Widerstand gegen die grassierende Aufteilung in Diener und Bediente, in Fußvolk und Eliten?

Julia Friedrichs studierte Journalistik in Dortmund; vor zehn Jahren wurde sie für die Sozialreportage „Abgehängt – leben in der Unterschicht“ ausgezeichnet. Seitdem schrieb sie mehrere Bücher und zahlreiche Reportagen zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Zuletzt veröffentlichte sie in der ZEIT vom 23.3. den Beitrag „Bei Anruf Arbeit“ und bei ZDFzoom die Dokumentation „Ausgebeutet – Arbeit nur auf Abruf“ (gesendet am 22. März 2017; siehe Mediathek).

Die Teilnahme am Interview-Abend mit Julia Friedrichs ist kostenfrei.

Wir bitten um Anmeldung: telefonisch (0231 206050) oder per Mail: kister@kommende-dortmund.de.

Herzliche Einladung!

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