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Billiges Öl: Fluch oder Segen? – Kommende-Forum lenkt den Blick auf globale Probleme der Energiewirtschaft

Wie ist die aktuelle Lage auf dem weltweiten Ölmarkt aus globaler und regionaler Perspektive zu bewerten? Dieser Frage stellten sich Unternehmensberater und Analyst Dr. Harald Rubner und der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag NRW Josef Hovenjürgen beim Kommende-Forum am 10. März.

(v.l.n.r. Prälat Dr. Peter Klasvogt, Josef Hovenjürgen, Dr. Harald Rubner, Dr. Stefan Klug

Dr. Rubner eröffnete den Abend mit einem grundlegenden Vortrag zu Zusammenhängen und Entwicklungen des globalen Ölmarktes. Gleich zu Beginn versuchte er dem Publikum Sorgen zu nehmen, indem er klarstellte: „Ein Ende des Öls bedeutet nicht das Ende der Zivilisation.“ Der Branchenexperte wies auf die Schwierigkeit hin verlässliche Aussagen über die weitere Entwicklung des Ölpreises zu treffen, war sich aber sicher: „Wir sprechen aktuell von einem Übergangseffekt, der vermutlich nur ein, zwei Jahre anhalten wird.“ Rubner machte deutlich, dass die Mehrzahl der Weltbevölkerung von den aktuellen Preisen profitiere: Der niedrige Preis stütze die sich entwickelnden oder in der Krise befindenden Volkswirtschaften wie Indien oder China und sei zugleich ein Anreiz zur Weiterentwicklung. Denn ein großes Problem vieler Öl exportierender Staaten sei ein sehr einseitiges Wirtschaftssystem, das komplette Staaten vom Öl abhängig halte. Werde dieses Problem nicht angegangen, so Rubner, drohten gesellschaftliche Krisen in den betroffenen Regionen.

Josef Hovenjürgen teilte die Ansichten seines Vorredners in vielen Punkten, machte jedoch deutlich, dass ein dauerhaft niedriger Ölpreis leicht eine Gefahr für das deutsche Projekt Energiewende werden könnte. Er könne es dem Konsumenten nicht verdenken, wenn er sich nach dem günstigsten Preis für Energie richte, und dieser sei im Moment nun einmal Öl, so Hovenjürgen. Hinzu komme die weltweite Lage: „Möglicherweise wird unsere Energiewende so zu einer brotlosen Anstrengung“, befürchtet der CDU-Politiker. Er forderte deshalb bessere Anreizsysteme für Konsumenten etwa von Seiten der EU. Außerdem müsse sich auch die Entwicklungspolitik stärker mit energiewirtschaftlichen Fragen auseinandersetzen.

Die Ausführungen der Experten aus Wirtschaft und Politik sorgten für eine lebhafte Debatte unter den fast 90 Gästen. Dabei kamen viele Themen auf den Tisch, die deutlich machten, wie sehr das Thema des Abends mit anderen globalen Problemen vernetzt ist: Viele Fragen kamen etwa zum Thema Korruption auf, die beide Referenten als großes Problem, jedoch auch ausdrücklich nicht nur des Öl-Sektors, identifizierten. Hinzu kamen zahlreiche Nachfragen zu sicherheits- und entwicklungspolitischen Aspekten der Erdöl-Förderung. Auch hierbei half die durchweg kompetente Vermittlung der Referenten, die Sachlage vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen einzuordnen. Im Verlauf des Abends wurde sehr deutlich, dass die Öl-Frage die Weltgemeinschaft noch lange beschäftigen wird: Ob es am Ende ein Fluch oder Segen sein wird – ganz beantwortet werden konnte diese Frage dann doch nicht.

Nils Stockmann

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