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Dritter Steuerberatertag im Erzbistum Paderborn

Bericht.

Steuerhinterziehung – sich nicht hineinziehen lassen!
Jeder Steuerberater kennt das: Es gibt steuerehrliche Mandanten und solche, die es mit der Steuerehrlichkeit nicht so genau nehmen. Letztere versuchen vielfach, das Fachwissen des Steuerberaters auszunutzen, um dem Staat geschuldete Steuern vorzuenthalten.
Sich nicht hineinziehen zu lassen, ist hier berufliche Pflicht und wohlverstandenes Eigeninteresse des Beraters. Doch wo liegen die Grenzen? Wann schlägt eine sachliche Information oder eine praktische Hilfeleistung bei der Erfüllung steuerlicher Pflichten in eine strafbewehrte Beihilfe zur Steuerhinterziehung um? Wann muss der Steuerberater hellhörig werden, wann den Mandanten belehren, wann ihm seine weitere Unterstützung versagen?
Um berufsrechtliche und berufsethische Fragen wie diese ging es auf dem 3. Steuerberatertag zur Berufsethik im Erzbistum Paderborn, der am 25.9.2014 – unterstützt vom Steuerberaterverband Westfalen-Lippe und vom DStV - unter Beteiligung von ca. 100 Steuerberatern, Unternehmern und anderen Fachvertretern im Sozialinstitut Kommende Dortmund stattfand.
Dr. Andreas Tapken, Psychologe, Theologe und Organisationsentwickler aus Essen, stellte in einem einleitenden Vortrag zunächst die psychologischen Hintergründe von Steuerhinterziehungen dar.
Sodann diskutierte das Plenum unter Leitung von DStV-Hauptgeschäftsführer RA/FAStR Prof. Dr. Axel Pestke fünf reale, von einem Praktiker-Ausschuss zusammengetragene Fälle mit moralischen Dilemmata aus dem Alltag von Steuerberatern. Dabei ging es um das unausgesprochene Abweichen der Steuererklärung von einer geübten Verwaltungspraxis ebenso, wie um Schwarzgeldkonten aus der Nachkriegszeit oder das Ausnutzen ausländischen Rechts. Weitere Fallkonstellationen betrafen das Problem, ob und ggf. ab wann den Steuerberater eine Nachfrage- oder Nachforschungspflicht gegenüber dem Mandanten trifft und ob oder inwieweit vorhandene Prüfungsmechanismen vom Berater offengelegt und vom Mandanten ausgenutzt werden dürfen. Festzustellen war, dass die Berater durchweg sehr hohe Ansprüche an die Korrektheit und moralische Vertretbarkeit ihres Handels stellten. Es gehe dabei nicht nur um die Einhaltung des Gesetzes, sondern auch um die ethische Authentizität des Beraters.
Auch eine anschließende Podiumsdiskussion belegte dies: Moderiert von Prof. Dr. Pestke diskutierten Vertreter unterschiedlicher Bereiche – neben dem Referenten des Eröffnungsvortrags auch Heinz-Joachim Mallach, Leitender Regierungsdirektor beim Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Hagen, StB/vBP/RB Hans Happel, Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe, und RA/FAStrafR Holger F. Högemann, als Steuerstrafverteidiger tätiges Mitglied des Präsidiums des Steuerberaterverbands Westfalen-Lippe – grundlegende Aspekte eines geordneten, fairen und moralisch einwandfreien Besteuerungsverfahrens. Hierbei spielten Fragen wie die zunehmende Digitalisierung und die damit einhergehende Entpersonalisierung des Besteuerungsverfahrens eine Rolle. Thematisiert wurde u. a., ob die zunehmende Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens das Recht des Steuerpflichtigen auf rechtliches Gehör ausreichend wahre und ob der Trend zur Selbstveranlagung zur Herausbildung einer Sanktionenverwaltung führen könne, die dem Steuerbürger tendenziell strafend gegenüber trete. Auch wurde die Frage gestellt, inwieweit sich öffentliche Stellen, z. B. im Bereich der Strafverfolgung und der Bewahrung des Steuergeheimnisses, an moralischen Kategorien messen bzw. messen lassen müssen.
Dr. Clemens Müller-Störr, Theologe, Pädagoge und Psychologe sowie Inhaber der Beratungsfirma ethacos, der gegen Ende der Veranstaltung die aus ihr gewonnenen Erkenntnisse und offenen Fragen aus Unternehmer- und Mandantenperspektive betrachtete, bescheinigte den Teilnehmern, sie hätten sich gestützt auf ihre Berufserfahrung mit großer Ernsthaftigkeit und mit großem Engagement in die Diskussionen eingebracht und gute Leitgedanken entwickelt. Die Berufsethiktage des Erzbistums Paderborn entwickelten sich nicht nur nach seiner Überzeugung immer mehr zu einer einzigartigen Veranstaltungsreihe und einem bundesweit anerkannten Diskussionsforum über Fragen einer an ethischen Grundsätzen ausgerichteten Steuerberatung.
Zufrieden konnte deshalb Prälat Dr. Peter Klasvogt vom Erzbistum Paderborn am Ende der Veranstaltung resümieren, dass sie erneut dazu beigetragen habe, für berufsethische Zweifelsfragen zu sensibilisieren, gemeinsam und positionsübergreifend Lösungsstrategien zu diskutieren und eine insgesamt reifere Perspektive auf das Thema zu gewinnen. Aufgrund der gemachten Erfahrungen soll auch im Jahr 2015 wieder ein Steuerberatertag zu Berufsethik im Erzbistum Paderborn durchgeführt werden. Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in dieser Zeitschrift.

Bericht zum Download

Das 4. Steuerberatertag im Herbst 2015 ist in der Vorbereitung!

Um in den Verteiler aufgenommen zu werden, schreiben Sie kurz an den Verantwortlich, Dr. Andreas Fisch:

Termin: Donnerstag, 25. September 2014, 16 bis 20 Uhr

Ort: Sozialinstitut Kommende Dortmund, Brackeler Hellweg 144, 44309 Dortmund

Die Themen der Mitwirkenden sind:

„Zwischen Gier, Macht, Narzissmus und Ehrlichkeit“

Dr. Andreas Tapken, ausgebildet als Psychologe, Theologe, Organisationsentwickler, Essen, gibt fachliche Einblicke zu dem, was Menschen bewegt, wenn sie Steuern zahlen müssen.

"Dynamische Fallbesprechung mit Kurzstatements"

Prof. Dr. Axel Pestke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Steuerberaterverbands, Berlin, moderiert eine dynamische Fallbesprechung zu mehreren Fällen, wie Mandanten Steuerberater in den Kontext von Steuerhinterziehung hineinziehen.

„Steuerhinterziehung – sich nicht hineinziehen lassen“ (Podiumsdiskussion)

Heinz-Joachim Mallach, Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung, Hagen

Hans Happel, Vorstandsmitglied der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe

Dr. Andreas Tapken, Psychologe, Essen

RA Holger F. Högemann, Fachanwalt für Steuerrecht, tätig als Steuerstrafverteidiger, Minden

erörtern aus unterschiedlichen Perspektiven, wie Steuerberater mit Steuerhinterziehung und der Beihilfe dazu im Gespräch mit Mandanten und bei der Strafverfolgung von Mandanten konfrontiert sind und welche politischen Desiderate sie präferieren.

„Mehr als Gesetzestreue? Ethik in der steuerlichen Beratung?“

Dr. Clemens Müller-Störr, Ethacos, Tübingen, bringt gewonnene Erkenntnisse und offene Fragen aus Unternehmer- und Mandantenperspektive ehrlich zur Sprache.

Einladungsflyer

in Kooperation mit dem Steuerberaterverband Westfalen-Lippe

Steuerberaterverband Westfalen-Lippe

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