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Papst Franziskus und die Wirtschaft – Neues Feuer für die christliche Kapitalismuskritik?

Der Abend zu Papst Franziskus in der Kommende begann mit einem sensiblen und feinstimmigen Klavierstück aus Mozarts Londoner Notenbuch. Was haben der Papst und Mozart gemein?

Seit einem Jahr ist Papst Franziskus im Amt. Sein Auftreten und seine Botschaften („geht an die Ränder“) faszinieren weltweit Menschen, ob katholisch, anders- oder ungläubig. Hier steht jemand an der Spitze einer Weltkirche, der durch seine Person überzeugt. Überzeugt er wirklich alle? Zumindest die Kapitalismuskritik in seinem Schreiben „Evangelii Gaudium“ hat Wirtschaftler auf den Plan gerufen, die den Papst scharf kritisieren, ihm eine mangelnde Kenntnis der Ökonomie unterstellen.

Was hat es mit dieser Kritik auf sich? Friedhelm Hengsbach, geboren in Dortmund, Jesuit wie der Papst aus Argentinien, und bedeutender deutscher Sozialethiker ging dieser Frage in der Kommende nach. In der Reihe „Querdenker im Interview“ war sein Thema „Papst Franziskus und die Wirtschaft – Neues Feuer für die christliche Kapitalismuskritik?“ Hengsbach stellte zunächst die Grundintention des päpstlichen Schreibens dar, in Orientierung an der Botschaft Jesu, getreu dem Markusevangelium: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“. Es handelt sich um ein theologisches Schreiben, das sich vornehmlich an die Katholiken weltweit wendet.

Den Themenbereichen der (Welt-)Wirtschaft sind nur neun Seiten gewidmet, die es jedoch in sich haben. Hier geißelt Franziskus die zunehmende Spreizung der Gesellschaften in arm und reich, den herrschenden Primat des Finanzsektors vor den Interessen der Menschen und der realen Wirtschaft., Das Interesse für die Menschen dürfe nicht länger in den Schatten gestellt werden durch die Aufmerksamkeit für die Entwicklung von Aktienkursen. Eine Wirtschaft, die die Armen, den verhungernden Bettler oder die ertrinkenden Flüchtlingen ausschließt, tötet – so Papst Franziskus in seinem Schreiben. (Übrigens ging die erste Reise des neuen Papstes nach Lampdusa zu den dort gestrandeten Menschen.) Nach welchen Kriterien funktioniert Wirtschaft? - so Hengsbach. Geht es um Macht und Moneten oder um die Frage, welche Konsequenzen wirtschaftliches Handeln für all die hat, die in den Gesellschaften tatsächlich unten stehen. Das neoliberale Credo: „Gib dem Pferd zu fressen, dann haben auch die Spatzen genug“ sei kläglich gescheitert. Stattdessen fordere der Papst als Maßstab die Rechtfertigung allen wirtschaftlichen Handelns gegenüber denen, die davon am stärksten negativ betroffen sind..

Hengsbach führte feinfühlsam in das zur Liebe gegenüber Gott und den Menschen aufrufende Schreiben des Papstes ein: Die politische Botschaft von Papst Franziskus sei nur auf dieser Folie zu verstehen.

Mozarts sensible Klavierstücke umrahmten diesen denkwürdigen Abend zur Kapitalismuskritik des Papstes. Er und Mozart haben viel gemeinsam.

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