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Engagiertes Publikum beim Gespräch mit Jutta Sundermann zum Thema UmFairteilen

„Es macht mich ratlos und traurig, wenn ich all diese Armutszahlen höre, wenn ich sehe, das der Sozialstaat seinen Aufgaben nicht nachkommen kann, weil die Mittel fehlen, wenn ich erlebe, dass sich in unserer Gesellschaft trotzdem so wenig ändert.“ – So das Statement eines Teilnehmers während der ersten Veranstaltung in der neuen Reihe der Kommende-Gespräche. Andere klangen da kämpferischer. Gelassen und zuversichtlich wirkte dagegen der „Querkopf“ des Abends, die Attac-Aktivistin Jutta Sundermann. Ihre Position: Wenn wir in unserer Gesellschaft für einen gerechten Ausgleich sorgen wollen, dann müssen die Reichen und Superreichen endlich zur Kasse gebeten werden. Das Aktionbündnis „UmFairteilen“, in dem unter anderem ver.di oder GEW, KAB oder Paritätischer Wohlfahrtsverband mitarbeiten, hat hierzu konkret durchgerechnete Pläne vorgelegt: Vermögensabgabe, Vermögenssteuer und Kampf gegen Steuerhinterziehung. Es geht nicht darum, auch das wurde deutlich, mittelständische Familienunternehmen in die finanzielle Bredouille zu bringen. Es soll Freibeträge von fünf Millionen für Betriebsvermögen geben und für individuelle Vermögen eine Million. Dagegen sollen Groß-Vermögen, die sich durch reine Spekulationsgeschäfte rasend schnell vermehren, keinesfalls ungeschoren davon kommen. Sehr viele Superreiche entziehen sich heute dank deutscher Steuergesetzgebung und gewiefter Berater der Gemeinwohlverpflichtung.
Mit einer einmaligen Vermögensabgabe könnten je nach Freibeträgen, Abgabesätzen und Laufzeiten zwischen 100 Milliarden bis zu über einer Billion Euro erzielt. Bei einem Abgabesatz von 20 Prozent, verteilt auf 10 Jahre, können Einnahmen von ca. 300 Milliarden Euro generiert werden.
Eine Vermögenssteuer für Einkommen ab einer Million erbringt bei einem Steuersatz von 1,5 Prozent jährliche Mehreinnahmen von ca. 20 Milliarden.
Auch eine Reform der Erbschaftssteuer – beispielsweise orientiert an den USA – ist mehr als überfällig. Pikanterweise erinnerte Sundermann an das Grundgesetz: Hier wird der Lastenausgleich festgeschrieben auf dem Hintergrund der Kriegs- und Nachkriegserfahrung; er hat zum Wohlstand des Landes einen erheblichen Beitrag geleistet. Alle am Gemeinwohl Interessierten, vor allem diejenigen, die wirtschaftliche Verantwortung tragen wissen und wussten bereits damals: Auf lange Sicht kann keine Gesellschaft und auch kein Wirtschaftsystem funktionieren, in dem immer nur die einen auf Kosten der anderen gewinnen. Das gilt innerhalb der Gesellschaft, es gilt aber auch zwischen den reichen und den armen Ländern Europas, wie Jutta Sundermann betonte.
Harte Koste servierte Jutta Sundermann ihren Zuhörern. Doch ihre Analyse teilte das Publikum: die Schere zwischen privatem Reichtum und öffentlicher Armut, das Zusammenballen riesiger Vermögen in den Händen weniger, während andere darben – das alles ist auf Dauer unerträglich. Für ihre Lösungsvorschläge erntete die Referentin Widerspruch und Zuspruch. Genau das will die Reihe „Querdenker im Gespräch“: Positionen jenseits des Mainstream  auf den Prüfstand stellen, sie abklopfen auf ihre Umsetzbarkeit und Plausibilität.
Apropos Vermögenssteuer: laut diverser Umfragen finden 70 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Vermögenssteuer sinnvoll und notwendig (selbst bei FDP-Wählern). Fragt sich jedoch, warum eine solche Meinung im politischen Alltag der Parteien und Gesetzgebung fast keine Rolle spielt – bis heute nicht. Jutta Sundermann und ihre Freunde halten solche Themen wach, hoffen gegen gesellschaftliche Ratlosigkeit und Trauer.

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