Sozialinstitut
Kommende Dortmund
Brackeler Hellweg 144
D-44309 Dortmund
Telefon 0231 - 20605-0
Telefax 0231 - 20605-80



Impressum
 
Home

Prager Weihbischof Mály begeistert in der Kommende

Kirche hat in Tschechien Zukunft

v.l.: Prälat Dr. Peter Klasvogt, Weihbischof Václav Malý, Honorarkonsul der Tschechischen Republik in Deutschland Heinz Fennekold  

Dortmund. Ein  Zeitzeuge der "Samtenen  Revolution” von 1989 in der damaligen Tschecheslowakei, der Prager Weihbischof Václav Mály, war jetzt zu Gast im Sozialinstitut des  Erzbistums Paderborn, Kommende Dortmund. Malý war langjähriger Wegbegleiter von Václav Havel und einer der Mitunterzeichner der berühmten "Charta 77” gegen die Menschenrechtsverletzungen durch das kommunistische Regime.

Von Anja Kordik

Zwanzig Jahre nach der Wende ist die tschechische Gesellschaft noch immer stark säkularisiert. Aber, betonte der Weihbischof in der Kommende, es gebe Signale des Aufbruchs: „Inzwischen haben wir wieder drei theologische Fakultäten, eine davon in Prag. Unsere Priester wirken an Krankenhäusern und in Gefängnissen, die Tätigkeit der Orden hat sich neu entfaltet.”

Mit Freude seien auch die Fortschritte in der Ökumene zu beobachten. Ebenso in der Pastoral für soziale Randgruppen wie die Roma. „Und in vielen Gemeinden haben sich kleine Kommunitäten zu neuen missionarischen Zellen entwickelt – die Kriche in der Tschechischen Republik hat Zukunft.” Auch im Verhältnis zwischen Kirche und Staat erkannte Weihbischof Malý positive Tendenzen. So verwies er etwa auf das gerade erst vom tschechischen Abgeordnetenhaus genehmigte  Restitutionsgesetz zur Rückerstattung von kirchlichem Eigentum. Letztlich würden alle Kirchen in Tschechien von diesem Gesetz profitieren, es sei also durchaus eine ökumenische Frage.

Malý hob auch die Bedeutung Europas für die Entwicklung der tschechischen Gesellschaft hervor: Gerade in einer Zeit wachsender sozialer Spannungen und Unsicherheiten garantier Europa als Modell eine gewisse Stabilität, mehr jedefalls als der tschechische Nationalismus. „Die katholische Kirche kann viel zur Gene-sung unserer Gesellschaft beitragen, weil sie eine universale Institution ist und die Grenzen von Individuum, Familie, Gemeinde und Nation überschreitet.” Zudem stehe die Kirche für Kontinuität, so der Weihbischof, sie sei zwar dem Wandel der Zeiten unterworfen, vertrete aber doch durch die Zeiten gültige klare Wertmaß-stäbe. „Die Kirche steht für Verbindlichkeit, sammelt jeden Sonntag Menschen zum Gottesdienst. Das ist wesentlich in unserer Gesellschaft, wo es gerade in der jüngeren Generation wieder eine große Sehnsucht nach Ritualen gibt.”

Auf die Frage, was die Kirche in Tschechien tun könne, um die Idee Europa zu stärken, antwortete der Prager Weihbischof, die Kirche müsse ihre Kontakte zu den europäischen Institutionen weiterentwickeln. „Gerade auf europäischer Ebene sind ja auch viele Christen politisch engagiert.” Auch in anderen osteuropäischen Ländern gehöre nicht zuletzt die Kirche zu den Motoren des eurpäischen Gedankens.

An dieser Stelle verwies Direktor, Prälat Peter Klasvogt, auf die jährliche im Sommer in der Kommende stattfindende Sozialakademie mit Priesteramts-kandidaten aus Osteuropa. Inzwischen sei daraus ein Netzwerk von etwa 120 Absolventen entstanden, die sich zu Multiplikatoren der europäischen Idee in ihren Heimatgesellschaften entwickeln würden – unter dem Motto: „Europa
eine Seele geben.”

erschienen in: Der Dom, Nr. 49 am 9. Dezember 2012

Sozialinstitut Kommende Dortmund
 
Suche auf der Homepage  
 
 
 
Unternehmerpreis 2018
 
k.punkt. Das Magazin

 

 
Kommende-Stiftung

 
beneCurans

beneCurans

 
Amosinternational
AMOSinternational
 
Praktika in der Kommende

 
Bildungsplattform

 
Bibelkurs24