Nach 14 Monaten Umbauzeit zu einem modernen Kongress- und Tagungszentrum wurde die Kommende am Samstag neu eingeweiht. Weihbischof Manfred Grothe feierte während des Kommendefestes die Pontifikalvesper und segnete die neuen Räume.
Für das Bildungsangebot der Kommende und ihrer Gäste stehen nun acht Tagungsräume mit bis zu 120 Plätzen zur Verfügung. Außerdem zog das Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit im Erzbistum Paderborn (IRUM) in die Kommende ein. Das IRUM, das unter anderem medien- und religionspädagogische Angebote für Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden macht, verlegte seinen Sitz von der Katholischen Akademie Schwerte in die renovierte Kommende. Ein weiterer Standort ist Paderborn.
Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, hielt am Samstag den Festvortrag vor über 150 geladenen Gästen des Kommendefestes. Er betonte die Bedeutung der Kommende als einen Ort des gesellschaftlichen Diskurses über soziale Gerechtigkeit. Damit sei nicht die „Gleichheit aller, sondern das Maß sozialverträglicher Ungleichheit“ gemeint, so Schneider. Es müsse beispielsweise einen fairen Lohn geben, mit dem die Menschen ihren Lebensunterhalt finanzieren könnten, sprach sich Schneider für die Festsetzung von Mindestlöhnen aus. Eine gewachsene Bedeutung habe außerdem die gerechte Verteilung von Bildungschancen. Das Bildungssystem in Deutschland sie noch immer „zutiefst ungerecht“.
Nach dem Vortrag von Guntram Schneider erläuterte Diözesanbaumeisterin Emanuela Freifrau von Branca einige Grundsätze der Renovierung. So habe man die Geschichte des Gebäudes respektieren wollen und die Umbauten behutsam in die vorhandene Struktur eingepasst. Kommendedirektor Dr. Peter Klasvogt dankte in diesem Zusammenhang besonders dem Erzbistum Paderborn, dass diesen zukunftsweisenden Umbau ermöglicht habe.
Wie bei jedem Kommendefest in einem ungeraden Jahr, so wurde auch dieses Mal der Gewinner des Unternehmerpreises 2012 "Erfolgreich nachhaltig" bekannt gegeben. And the winner is: Hering Gmbh Co. KG aus Burbach.
Im Herbst 2009 feierte die Kommende Dortmund ihr 60jähriges Bestehen. Das Haus „Kommende“ selbst ist viel älter. Die frühere Niederlassung des Deutschritterordens wurde urkundlich erstmals 1290 erwähnt.
Kennzeichnend für die Arbeit der Kommende sind von den Anfängen bis heute besonders zwei Fachbereiche: Die „Gemeinsame Sozialarbeit der Konfessionen“ (GSA) im Bergbau und bei dem Adam Opel Werk Bochum als Modell der arbeitsweltbezogenen Bildung sowie die Sozialen Seminare als langfristige Form politischer Bildung auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre. Hinzu kommen Jugendbildung, Seminare für Mitarbeitervertretungen, ein Fachbereich Wirtschaftsethik und anderes mehr. Seit 1990 organisiert die Kommende Dortmund jährlich die Jahrestagung des Forums Sozialethik, eine Initiative junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler der christlichen Gesellschaftswissenschaften.
Zum Programm der Kommende gehören der regelmäßige Austausch mit Gewerkschaftern, Politikern und den Leitungen der Arbeitsagenturen über aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen Einmalig in Deutschland ist das gemeinsame Projekt „Im Mittelpunkt der Mensch“, das vom DGB Region Dortmund-Hellweg und der Kommende getragen wird.
Der Fachbereich „Wirtschaftsethik“ widmet sich dem Dialog mit Unternehmen und Unternehmern. Leitendes Interesse sind hier die Chance und Möglichkeiten wertorientierten Handeln in der Wirtschaft.
Der Herausforderung des Einigungsprozesses in Europa nimmt sich die Kommende seit 2007 mit einer fünfwöchigen Sozialakademie „Europa eine Seele geben“ für osteuropäische Seminaristen an. Ziel ist es, ein sozialethisches Netzwerk von jungen Priestern innerhalb und zwischen den osteuropäischen Ländern aufzubauen, um das politisch-soziale Engagement der Kirchen im europäischen Einigungsprozess zu stärken.
(pdp / eigener Bericht)





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