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20 Jahre Forum Sozialethik

Kommende Der Anfang vor 20 Jahren war ein stiller Protest: Ausgeschlossen von den etablierten Kreisen der Professoren suchten junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Katholischen Soziallehre und Christlichen Sozialwissenschaften nach Gelegenheiten, sich über ihre Forschungen auszutauschen.

Die Kommende Dortmund und ihr damaliger Leiter Dr. Reinhard Marx griffen das Anliegen organisatorisch und finanziell auf und luden die jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu einer ersten Tagung im September 1990 ein. Neunzehn weitere sind seitdem gefolgt.

Das Jubiläum begingen die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun im Rahmen ihrer diesjährigen Tagung in einer kleinen Feierstunde, an der auch Gründermitglieder des Forums, wie Prof’in Dr. Marianne Heimbach-Steins, Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn und Prof. Dr. Joachim Wiemeyer teilnahmen. Heimbach-Steins erinnerte an die Motive: ein freier Ort für Nachwuchsleute, ohne das wachsame Auge der Ordinarien, die diese Initiative - Höhn nannte sie „Partisaneninitiative“ - mit Argusaugen beobachteten.  Die damaligen „Partisanen“ diskutierten neue wissenschaftliche Denkansätze „hart und markig, im Forum herrschte ein rauer Wind“ (Höhn). Eine Diskussionskultur, wie sie heute im Forum Sozialethik selbstverständlich ist, gab es noch nicht, sie musste erst im Laufe der Jahre gelernt werden.

Eigenverantwortlich organisiert steht die Förderung und Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch heute im Mittelpunkt der Forumsagenda, Lehrstuhlinhaber haben hier „nichts verloren“.  Jenseits des eigenen Dissertationsthemas ist die gemeinsame Arbeit „tief und auf einem sehr hohen Niveau, um auch in andere Themen hineinzukommen“, wie Judith Wolf, die Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Forum mitmachte, anmerkte. Kollegiale Beratung und Vernetzung ermöglichen Blickrichtungen über den eigenen Erkenntnishorizont hinaus. Vor zu euphorischer Betrachtung warnte jedoch Höhn: „Denken Sie daran, das Sie irgendwann Konkurrenten in einem Bewerbungsverfahren sein können, dann wird aus Kollegialität schnell Rivalität“.

Wird die Stimme der Sozialethik wahrgenommen? Heinbach-Steins warnte das Forum vor zuviel Publicity, der geschützte Raum könne hierdurch schnell verletzt werden. Gespräche und Kontakte mit gesellschaftlich Verantwortlichen seien Teil der Arbeit der „Etablierten“, nicht aber auf dem Boulevard oder in Talkshows. Sicherlich habe die Sozialethik zur Zeit jenseits von Friedhelm Hengsbach keine charismatische Persönlichkeit, wie Höhn anmerkte. „Aber wir haben auch nicht gelernt Kampagnen zu starten“.

Aller kritischer Einwände der Etablierten zum Trotz: Das Forum Sozialethik lebt, jedes Jahr kommen mehr Nachwuchsleute zum Austausch. Das Forum Sozialethik – eine Erfolgsgeschichte!

 

 

 

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