Sozialinstitut
Kommende Dortmund
Brackeler Hellweg 144
D-44309 Dortmund
Telefon 0231 - 20605-0
Telefax 0231 - 20605-80



Impressum
Gütesiegel Weiterbildung
 
Home

Kirche und Wirtschaft - passt das?

v.l.: Kai-Uwe Kersten; Markus Masuth; Johanna Holzhauer; Walter Wendt-KleinbergKommende Unter dem Motto „ Was Kirche in der Wirtschaft zu suchen hat" diskutierten im Rahmen des 2. Ökumenischen Kirchentages - der vom 12. bis 16. Mai in Mün­chen stattfand - Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kirchenvertreter über das Erfolgsmodell einer ökumenischen Initiative in der Arbeitswelt. Die Veranstaltung wurde maßgeblich von der Kommende Dortmund vorbeireitet. Durch das Programm führten WDR- Moderatorin Johanna Holzhauer und Kommendedirektor Prälat Dr. Peter Klasvogt.
Das Forum zum sozialethischen Engagement der Kirche in Wirtschaft und Unternehmen fand ein hohes Publikumsinteresse. Im vollbesetzten großen Festsaal des Alten Rathauses am Marienplatz wurde die Gemeinsame Sozialarbeit der Konfessionen (GSA) als Modellfall für das Miteinander von Kirchen und Unternehmen vorgestellt. Schon seit 60 Jahren arbeiten die Bistümer Paderborn und Essen und Landeskirchen von Rheinland und Westfalen mit der RAG und der Adam-Opel-GmbH Bochum in enger Verbindung zusammen. In einem hierarchieübergreifenden Dialog werden Entwicklungen und Veränderungen, Konflikte und die Kultur des Miteinanders im betrieblichen Alltag ins Gespräch zwischen Belegschaft und Unternehmensleitung gebracht. Die kirchlichen Referenten helfen, im betrieblichen Alltag die Werte der sozialen Gerechtigkeit und der Würde des Menschen wach zu halten.
Walter Wendt-Kleinberg ist  wissenschaftlicher Referent am Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen und einer der Tagungsleiter der GSA. Er, wie auch Prof. Dr. Traugott Jähnichen, Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre  von der Ruhr-Universität Bochum, betonten, im Modell der GSA komme eine gelebte Wertschätzung des Menschen zum Tragen, die für die Motivation der Mitarbeiter, das Vertrauen untereinander, die Beteiligung an den tiefgreifenden Veränderungen und damit für die innere Stabilität im Unternehmen hilfreich sei. Das  Engagement der Kirchen leite sich aus ihrem Menschenbild und ihrer Verantwortung für die Welt ab. „Wenn die GSA nicht schon vor 60 Jahren gegründet worden wäre, müsste man dieses heute unbedingt tun“, resümierte in der Diskussion Hubertus Schmoldt, ehemaliger Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie.
Kai-Uwe Kersten ist Betriebsrat Bergwerk Ost in Hamm. Er hat den massiven Personalabbau, die Verunsicherung in der Belegschaft, aber auch das konstruktive gemeinsame Suchen nach sozialverträglichen Lösungen auf seiner Zeche mitbekommen. „Wir hätten die Probleme nicht so gut gelöst, wenn die Begleitung durch die GSA nicht mitgeholfen hätte“, so sein Fazit. Diese Einschätzung bestätigte der Leiter der Kokerei Prosper in Bottrop, Markus Masuth, in seinem Statement aus seinem Erfahrungsfeld. 
In der Debatte betonte Wilhelm Bonse-Geuking, Vorstandsvorsitzender der RAG- Stiftung, früher Vorstandsvorsitzender von Veba und Eon den Vorbildcharakter des Unternehmens und seiner Führungskräfte für die Wertorientierung und die gelebte Verantwortung im Unternehmen. Für diese Wertevermittlung seien die Kirchen ein nicht zu ersetzender Partner der Wirtschaft. Dies gelte aber nicht nur für die Wirtschaft, sondern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. Gerade heute muss wieder betont werden, dass die Wirtschaft dem Menschen zu dienen habe und nicht umgekehrt.
In seiner Zeit als Gewerkschaftsvorsitzender Hubertus Schmoldt, war bekannt für seine ausgleichende Art. Er spitzte die Diskussion um fehlende Vorbilder zu: Es sei jedoch ein Skandal, wenn diese Führungskräfte früher das 30- bis 40-fache dessen verdient hätten, was ein normaler Mitarbeiter bekomme, und dieser Satz jetzt auf das 400- bis 500-fache hochgeschnellt sei. Hier seien Korrekturen notwendig und angebracht.
Der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck sah in seinem Statement die Fähigkeiten der Kirchen, nahe am Menschen sein zu können, in der ökumenischen Arbeit der GSA in eindrucksvoller Weise bestätigt. Kirchen kämen hier ihrer Verantwortung nach, sie moderierten konfliktträchtige Szenarien und trügen zu einer gemeinsamen Lösungsstrategie aller Beteiligten bei. Wünschenswert sei es, wenn das Modell der GSA über den Steinkohlenbergbau und die Adam Opel GmbH Bochum hinaus in andere Bereiche, der Wirtschaft, auch den Mittelstand, Eingang finden würde - diesem  Wunsch schlossen sich alle Gesprächspartner an.
v.l.: Johanna Holzhauer; Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck; Hubertus Schmoldt; Wilhelm Bonse-GeusingKommende

Sozialinstitut Kommende Dortmund
 
Suche auf der Homepage  
 
 
 
Praktika in der Kommende

 
Unternehmerpreis 2012
 
Amosinternational
AMOSinternational
 
Osteuropa-Forum
 
k.punkt. Das Magazin
 
Kommende-Stiftung