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Modelle zum ‚social learning’

„Perspektive schafft Motivation. Motivation schafft Engagement“ – auf diese griffige Formel brachte eineTeilnehmerin die Quintessens des Fachgesprächs „Modelle zum ‚social learning’“ in der Kommende Dortmund auf den Punkt. Unterschiedliche Modelle und Projekte, gering qualifizierte Jugendliche in ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Integration zu fördern, wurden vorgestellt. Der Einladung zu diesem Fachkongress folgten unter anderem Pädagogen aus Haupt- und Förderschulen, Berufseinstiegs-Begleiter, Mitarbeiter der außerschulischen Jugendarbeit: ein hoch qualifiziertes und motiviertes Publikum, das von den präsentierten Modellen beeindruckt war.

 

Gewaltprävention und gewaltfreie Konfliktlösung stehen im Mittelpunkt von „Stark ohne Gewalt“, einer Projektwoche, in der Jugendliche gemeinsam mit der internationalen Band GenRosso das Musical „Streetlight“ zur Aufführung bringen. Entscheidend ist der Prozess bis zur öffentlichen Aufführung. Die Jugendlichen setzen sich mit der Musicalstory auseinander, entwickeln ihre Fähikeiten als Bühnenbildner, Tontechniker oder Musiker. Sie entdecken ihre eigenen Stärken und die Sinnlosigkeit von Gewalt. Matthias Kaps, Mitarbeiter von „Stark ohne Gewalt“, konnte ein durchweg positives Resumee des Projektes, das vergangenes Jahr auch in Dortmund in Trägerschaft der Kommende realisiert wurde, ziehen. „Die Jugendlichen sehen in dieser Woche ihre Realität anders“.
www.starkohnegewalt.de/

 

Sport fasziniert Menschen – doch die goldene Regel „Was du von den anderen erwartest, das tu ebenso auch ihnen“ steht selten im Regelwerk. Das ist keineswegs ein Widerspruch, wie Siegfried Komorek das Projekt „sport4peace“ charakterisierte. Durch die kleine einfache Elemente lernen die Jugendlichen ihre eigenes Verhalten und das der Gegner zu reflektieren. Sie lernen sechs Grundregeln des „Fair Play“ und über so über den sportlich fairen Wettbewerb eine ethische Grundhaltung ein, die den anderen achtet und respektiert.
www.teamtime.net

 

Ein großer Wurf gelang der IHK Siegen mit dem Projekt „Haus der Berufsvorbereitung“. Gemeinsam mit Unternehmen und öffentlichen Partnern brachte die IHK in den Kreisen Siegen und Olpe 3 Millionen Euro zur Finanzierung dieses ambitionierten Projekts auf. Durch ein gezieltes Training führt das Projekt Hauptschüler in die Berufsausbildung. 570 freiwillige und zusätzliche Unterrichtsstunden, durchgeführt freitags nachmittags und samstags sowie fünf Wochen in den Sommerferien,  schultern Schüler der Jahrgangsstufe 10. Auf dem Plan stehen neben angewandter Mathematik und Deutsch auch „Knigge“.  Die Jugendlichen lernen hier sich zu benehmen. Das hilft ihnen dann auch bei der Bewerbung“, so Ute Fiedler vom Berufsbildungszentrum der IHK Siegen. Den größten Raum jedoch nehmen die Berufspraktika, in denen die jungen Leute ihre Fähigkeiten und Neigungen entdecken, ein. Entscheidende Faktoren des außerschulischen Angebots: Das Mitmachen der Hauptschulen und die obligatorische Mitarbeit der Eltern. Zahlen verdeutlichen die Erfolge: Ein Drittel des jeweiligen Jahrgangs macht beim „Haus der Berufsvorbereitung“ mit, die Vermittlungsquote in eine Lehrstelle liegt bei 86 %.
www.bbz4you.de

 

„Politische Bildung elementar, von der viel beschworenen Krise der politischen Bildung keine Spur“, so pointierte Dr. Hans Wupper-Tewes, Grundsatzreferent in der Landeszentrale für politische Bildung NRW das Projekt „14plus“. Die Landeszentrale hat gemeinsam mit der Handwerkskammer Münster dieses Projekt für Schulen mit hohem Migrations- und Konfliktpotential aufgelegt. Angesprochen sind Schüler der Jahrgangsstufe 7. „In diesem Alter kann man noch Weichen stellen“, wie Wupper-Tewes reflektierte. Sie erfahren die drei Elemente Soziales Lernen, Berufswahl und Politische Bildung. Der Grundkanon des Grundgesetzes, die unverrückbaren Menschenrechte, werden konkret auf die Situation der Pubertierenden heruntergebrochen.  „Was heißt und wie erlebe ich Respekt?“ „Wo erfahre ich Diskriminierung – wegen meines Wuchses, meines Geschlechts?“ sind einige Fragen, die direkt im Zentrum der Interessen von 14-jährigen stehen. Das Interesse der Kammer an diesem Projekt ist einfach: Qualifizierte Jugendliche werden dringend benötigt. Ein Bonmot hatte Wupper-Tewes noch bereit: „Vor 25 Jahren war es unmöglich Handwerker und Lehrer zusammen zu bringen, das waren damals zwei Welten. Heute ist das überhaupt kein Problem mehr.“
www.politische-bildung.nrw.de/heute/00077/index.html

 

Seit mehr als dreißig Jahren bietet die Kommende Dortmund Soziale Seminare mit der Katholischen Hauptschule Dortmund – Husen an. Dieses Angebot richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufe 10. Es ist freiwillig - zusätzlich zum Unterricht umfaßt es ein Schuljahr lang drei Unterrichtsstunden wöchentlich , zwei Wochenendkurse und eine Werkwoche. Das inhaltliche Portfolio hat sich im Laufe der Jahre deutlich verändert. Heute stehen Inhalte  „Förderung des Sozialverhaltens und Selbstwertgefühls, politisches Grundwissen und gesellschaftliche Zusammenhänge, sozialethische Orientierung, Teamfähigkeit und Ermutigung zum politisch – sozialen Engagement“ auf der Agenda. Dieses erfordert von den Referenten die Reduktion komplexer Inhalte, Motivation und Methodenvielfalt und die Schaffung eines Erlebnisraums. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer das “Diplom Soziale Seminare“. „Das Zertifikat hilft den Teilnehmern dann bei Bewerbungen“, wie Detlef Herbers verantwortlich in der Kommende für Soziale Seminare, stolz feststellte.
www.kommende-dortmund.de

 

„Perspektive schafft Motivation. Motivation schafft Engagement“ – die Kommende Dortmund und ihre neue Stiftung „Benevolens. Jugend fördern. Zukunft gestalten“ wollen mit einem eigenen Programm in Kooperation mit Schulen und anderen Trägern zur sozialen und persönlichen Kompetenz gering qualifizierter Jugendlicher beitragen. Die gelungene Fachtagung hat ein interessantes Tableau eröffnet.

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