v.l.: Kommendedirektor Dr. Peter Klasvogt; Preisträger Paul Banischewski, OFTECH; Elmar Brok MdEP; Dr. Richard Böger, Bank für Kirche und Caritas PaderbornKommende 07.04.2008. 80 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Verbänden nahmen am 03. April in Dortmund am 2. Unternehmertag der Kommende Dortmund und der Bank für Kirche und Caritas Paderborn teil. Der Unternehmertag stand unter dem Motto „Nachhaltig erfolgreich“. Unter dem gleichen Thema stand der erstmalig verliehene Unternehmerpreis, die Plastik „Gerechtigkeit“ des Konstanzer Künstlers Johannes Dörflinger, an OFTECH – Oberflächentechnik GmbH, Troisdorf.
OFTECH ist in Metallverarbeitung und Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Galvanisches Verzinken tätig und hat 23 Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt gezielt auch schwer vermittelbare Jugendliche mit schlechten schulischen Leistungen als Auszubildende und Jahrespraktikanten ein. Über das übliche Maß auch engagierter Unternehmen hinaus geht eine eigens eingerichtete Werkschule. Dort beheben die Jugendlichen schulische Defizite in schwierigen Fächern wie Mathematik, Chemie und technisches Zeichnen. Das Engagement des Unternehmens zahlt sich als Investition in den zukünftigen Facharbeiterstamm aus, sorgt für Firmenloyalität der Mitarbeiter und schafft öffentliche Bekanntheit.
In seiner Laudatio ging Dr. Richard Böger, Direktor der Bank für Kirche und Caritas, auf den Sinn des Unternehmerpreises ein. Er sagte, dass Nachhaltigkeit das gleichzeitige Achten auf wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verträglichkeit und soziale Balance bedeute. Die öffentliche Wahrnehmung, genährt durch Skandale um überhöhte Abfindungen, Betrugsfälle und Korruption, sei da eher skeptisch. Unternehmerischer Erfolg stehe nicht selten unter dem Generalverdacht, einseitig zu Lasten der sog. „kleinen Leute“, des Gemeinwohls oder der Umwelt zu gehen. Doch wie viel Wertorientierung könne und wolle sich ein Unternehmen in Zeiten verschärften globalen Wettbewerbs leisten? Er sei dagegen der Überzeugung, dass nur nachhaltiges Wirtschaften langfristig den wirtschaftlichen Erfolg sichere und gewährleiste.
Hauptreferent des Unternehmertages war der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU), der auch außenpolitischer Koordinator der Europäischen Volkspartei ist. In seinem Vortrag ging er auf den EU-Reformvertrag von Lissabon 2007 ein, der ein wettbewerbsfähiges und zugleich soziales Europa postuliere. Die im 'Vertrag von Lissabon' vorgesehenen notwendigen Reformen mache die EU demokratischer, effizienter, transparenter und handlungsfähiger, so Brok. Viele der globalen Herausforderungen, wie die Gewährleistung von Energiesicherheit, die Globalisierung für die Wirtschaft, Klimawandel oder die Bekämpfung von organisierter Kriminalität und internationalem Terrorismus, können seiner Meinung nach die einzelnen europäischen Staaten allein nicht mehr meistern. Die klare Kompetenzzuordnung und die Bekennung zur Subsidiarität sowie die Stärkung der nationalen Parlamente und der Rolle des Europäischen Parlaments, gäben der EU die Instrumente und Mechanismen an die Hand, um ihre politische und wirtschaftliche Stärke optimal und verantwortungsbewusst zu nutzen.





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