Sozialinstitut
Kommende Dortmund
Brackeler Hellweg 144
D-44309 Dortmund
Telefon 0231 - 20605-0
Telefax 0231 - 20605-80



Impressum
Gütesiegel Weiterbildung
 
Home

Hedge–Fonds im Spannungsfeld der kirchlichen Soziallehre

Dortmund. Der frühere Bundesarbeitsminister Franz Müntefering prägte den Begriff „Heuschrecken“. Er titulierte hiermit Investmentfonds, die Firmen aufkaufen und mit großem Profit wieder verkaufen, nachdem sie unter anderem die Belegschaft massiv dezimiert haben. Hedge-Fonds sind solche Investmentfonds.
Die Problematik dieser Hedge-Fonds steht im Mittelpunkt eines  Betriebsräte-Forums am 8.April um 18 Uhr in Kirchhundem-Rahrbach, das die Kommende zusammen mit dem Kreuztaler Kreis veranstaltet. Der Kreuztaler Kreis ist ein Arbeitskreis katholischer Gewerkschafter, Betriebsräte, Sozialverbände und Priester im Sauer- und Siegerland. Bei dem Forum zu den Hedge-Fonds treten auch DGB, IGM, KDA, CAJ, Kolping,  KFD, CDA, AFA, KKV und die Dekanatspastoralräte Südsauerland-Siegen als Mitveranstalter auf.

Das IG-Metall-Vorstandsmitglied Dr. Margit Köppen, zuständig für den Funktionsbereich Wirtschaft-Technologie-Umwelt, ist die Hauptreferentin des Forums, das von Kommendedirektor Dr. Peter Klasvogt moderiert wird. Als Koreferent ist der Sozialethiker und langjährige Betriebsseelsorger bei Daimler/Benz in Stuttgart Paul Schobel angefragt. Eingeladen sind unter anderen auch Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Gisela Achenbach, Betriebsratsvorsitzende des Nokia-Werks in Bochum. 

Betriebräte sind von dem Thema Hedge-Fonds in besonderer Weise betroffen. Bis zu Beginn der neunziger Jahre galt es in Unternehmen, die etwas auf sich hielten, als selbstverständlich, dass der Vorstand einer Aktiengesellschaft nicht nur den Aktionären gegenüber verantwortlich sei, sondern ebenso gegenüber dem Wohl der Beschäftigten und gegenüber den öffentlichen Belangen,  also gegenüber dem Gemeinwohl.
Das hat sich fast über Nacht geändert, seit das Schlagwort des „share-holder-value“ als neue maßgebliche Unternehmensphilosophie propagiert wird. Einziger Maßstab für das Handeln der Unternehmensvorstände soll demnach die Wertsteigerung der Aktienkurse und die Renditen der Geldanleger sein. Symptomatisch für diese Entwicklung ist, dass in zunehmendem Maße Geldanleger-Fonds die Rolle der Banken als Kreditgeber übernehmen. Die Manager dieser Fonds – häufig junge Leute ohne unternehmerische Erfahrung – üben eine rigorose Kontrolle über die von ihnen beeinflussten Unternehmen aus und diktieren den Vorständen mehr oder weniger ihre Bedingungen zur Unternehmenspolitik. Die kurzfristige Steigerung des Aktienkurses von Unternehmen geht meist zu Lasten langfristiger zukunftssichernder Unternehmensstrategien und volkswirtschaftlicher Notwendigkeiten.
Hastige Produktionsverlagerungen, internationales „Subventionshopping“, Massenentlassungen, Lohndumping sind Phänomene, die sich im Gefolge dieser Anlegerstrategien immer mehr ausbreiten.
Mitbestimmung und soziale Unternehmenskultur setzen einen starken Vorstand voraus, der über genügend Entscheidungsspielraum und soziales Verantwortungspotential verfügt, um über die Interessen der Beschäftigten und der Öffentlichkeit mit deren Vertretern sinnvoll verhandeln zu können.
Welche internationalen, nationalen und tarifpolitischen Rahmensetzungen sind notwendig und möglich, um diesen Entscheidungsspielraum zur Berücksichtigung aller berechtigten Ansprüche an die Politik von Unternehmen wiederzugewinnen und zu sichern?

Darum soll es auf dem Forum gehen.

Veranstaltungsort: KAB-Bildungsstätte „Josef-Gockeln-Haus“, 57399 Kirchhundem-Rahrbach

Sozialinstitut Kommende Dortmund
 
Suche auf der Homepage  
 
 
 
Praktika in der Kommende

 
Unternehmerpreis 2012
 
Amosinternational
AMOSinternational
 
Osteuropa-Forum
 
k.punkt. Das Magazin
 
Kommende-Stiftung